Deutschland könnte aufgrund der Eurokrise aus der Währungsunion ausscheiden und die Deutsche Mark wiedereinführen, meint der US-amerikanische Finanzier George Soros.
Die Deutschen fühlen sich nicht mehr so reich, daher wollen sie nicht länger als Zahlmeister für das restliche Europa herhalten.
Diese Haltungsänderung ist verständlich, doch sie hat den Integrationsprozess zum Stillstand gebracht. Die Deutschen sollten das folgende Gedankenexperiment in Betracht ziehen: den Rückzug aus dem Euroverbund.
Die wiedereingeführte Deutsche Mark würde steil in die Höhe schießen, und der Euro würde abstürzen. Das übrige Europa würde dadurch konkurrenzfähiger werden und seine Schwierigkeiten durch Wachstum überwinden, aber Deutschland würde feststellen, wie schwierig es sein kann, eine überbewertete Währung zu haben. Doch die Regierung würde es für politisch akzeptabler halten, deutsche Banken zu retten als Griechenland oder Spanien.
Natürlich ist dies rein hypothetisch, denn wenn Deutschland aus dem Euroverbund ausschiede, hätte das undenkbare politische Konsequenzen. Doch könnte dieses Gedankenspiel nützlich sein, um zu verhindern, dass das Undenkbare tatsächlich eintritt, oder versucht Soros an das schlechte Gewissen Deutschlands zu appelieren, da es zu selbigen Thema auch andere Stimmen gibt.
Archiv für Juni 2010
Die neue deutsche Skepsis
Juni 30, 2010Ein Sieg für die Opfer des Staates, bzw. jene, die sich dafür halten
Juni 29, 2010
Vier Jahre nach der Verabschiedung des katalanischen Autonomie-Statuts hat Spaniens Verfassungsgericht große Teile dieser Regionalverfassung angenommen, andere Passagen aufgehoben.
Unabhängig von den juristischen Fragen ist der wahre Gewinner dieser ganzen Episode wieder einmal der katalanische Nationalismus. Was auch immer kommt, die katalanischen Nationalisten können sich beschweren und sich als Opfer eines vermeintlich zentralistischen Staates sehen, den es nur in ihren Vorstellungen gibt, von dem sie aber sehr gut leben. Zapatero serviert ihnen alles auf dem goldenen Tablett, denn er und niemand sonst ist der Verantwortliche für dieses Ungleichgewicht, das für Spanien mittel- bis langfristig schwerwiegende Folgen haben wird.
Vernunft – was ist das?
Juni 28, 2010Wohin verschwinden die Jugendlichen eigentlich, wenn man sich im Bahnhof einmal kurz umdreht? Die Best-Ager durchstreifen ergebnislos die Bahnsteige und Tunnelanlagen, guggen hinter jede Anzeige- und Werbetafel – nirgends auch nur eine Spur.
Erdzeitalter später tauchen die Young-Ager dann am Strand, mit Bierkästen bewaffnet, gänzlich unvermutet auf, oder wirbeln, noch am Bahnhof, in Einzelteilen durch die Luft.
Genug der Einleitung, was ist überhaupt passiert?
Eine Gruppe von mindestens 30 Young-Ager hat versucht, über die Gleise in Richtung Strand zu gelangen um an der Sommersonnenwend-Feier teilzunehmen. Doch anstelle die Unterführung zu nehmen latschen die Bekloppten in seliger Todessehnsucht da lang, wo sie vernünftiger Weise nichts zu suchen haben, über die Gleise. So kann man den Bestand von Bekloppten auch dezimieren. Da reicht ein Schnellzug und es bedarf keines Amokläufers in der Schule oder eines suiziden Bombenzünders.
Popelfresser and friends
Juni 27, 2010
Unauslöschlich hält sich das Vorurteil, die Interessen der bekloppten Bevölkerungsmehrheit beschränkten sich auf das Funktionieren seiner Geschlechts- und Ausscheidungsorgane. Haha, Nonsens. Das gemeine Volk, zumindest das Linke, ist extremistisch höchst aktiv.
Im ganzen Lande zeugen Spuren ihrer barbarischen Ausuferungen vom ungeheuren Zerstörungsdrang der Bescheuerten. Sehr gern wird von den Linken “der Jude” verteufelt und ihm vorgeworfen, er fresse dem “KZ-Insassen” in Gaza das ganze Futter und deren Ernte weg.
Die einzige humanitäre Krise in Gaza ist das Fehlen von Menschlichkeit in Gaza.
Das es keinen Versorgungsnotstand gibt, das glaubt die bescheurte Linke selbst der arabischen Presse nicht, selbst Bilder, von Al Jazeera gezeigt, sind für sie Fälschungen, da kamen den Bekloppten die Terrorschiffer doch ganz gelegen, um “den Juden” den Arsch aufzureissen, braucht man es nicht selber tun.
Und wenn mal kein Jude in greifbarer Nähe ist, dann vergreift man sich halt an der eigenen Nation und deren Insassen. Man wirft der Regierung vor, nicht genügend für die Integration zu unternehmen, und stellt die Migranten als Opfer der Gesellschaft dar. Sind Moslems integriert ist dies den Linken auch nicht recht., wie kann man sich nur in ein Volk integrieren, was von den Linken so verhasst ist, das sie es am liebsten auslöschen würden? Dieser Hass auf alles, dieses gewalttätige atavistische Imponiergehabe wird vornehmlich von schwächlichen Jungstechern praktiziert und von ihren Alt ’68 Ziehvätern auch politisch unterstützt, wen auch immer sie damit beeindrucken wollen.
Ja, der Mensch als biologischer Technologieträger hat nicht nur schöne Seiten. Ganz weit vorn auf der Liste ekliger Beschäftigungen mit sich selbst sind noch die folgenden: Mittelklassewagen anzünden, Polizisten mit Sprengbomben, Steinen und Molotowcocktails bewerfen, Landfriedensbruch begehen, anderen die Schuld am eigenen Versagen zu geben, die Scharia in Deutschland, die Abschaffung Deutschlands, sowie die Vernichtung Israels zu fordern…
Bleibt nur eine Frage: Worin besteht der Unterschied zu diversen Pazifisten, der Linkspartei oder anderen vom Antisemitismus durchdrungenen Gruppierungen, Organisationen und Einzelpersonen? Ganz einfach, die meinen zwar das gleiche, drücken es aber im inzwischen akzeptierten antizionistischen Duktus aus. Damit stehen sie in Sachen Israel eigentlich voll auf der Seite von Holger Apfel, aber es ist Teil ihrer antizionistischen Taktik, antifaschistisch zu sein.
Merke: Nazi-Antisemit ist böse, Links-Antisemit ist ein Menschenrechtsaktivist.
Okay, ich denke, es reicht!
Schöne DDR
Juni 25, 2010Was’n jetzt los? Die DDR war gar kein Unrechtsstaat? Warum haben wir die dann dichtgemacht, Holland gibt es doch auch noch. War vielleicht etwas übereilig diese Entscheidung, wenn es da garnicht so scheiße war. Obwohl, die Autobahnen habens imagemäßig nicht rausgerissen bei Honecker, da hätte sogar Eva Herman gesagt: “Bei aller Liebe, hier hört der Spass auf. Aber ansonsten schnitt die DDR doch garnicht mal so schlecht ab im internationalen Vergleich, sagen wir mal gegen Kampuchea von Pol Pot, gegen Pinochets Chile oder diesen ganzen verschissenen Balkan mit seinen Würstchenbudenrepubliken. Nein, da muß man auch mal objektiv sein und den Broiler im Dorf lassen.So total super mega beschissen war die DDR nämlich garnicht, dass man da gleich in der Nikolaikirche rumpupen mußte. Jeder hatte was zu fressen, eher zu viel, Alkohol gabs auch reichlich und poppen war erlaubt – was braucht die Staatsamöbe mehr zum Glücklich sein? Na ja, vielleicht noch Glotze und Auto. Okay, Auto war ein schlechter Scherz, aber Fernsehen ging doch sehr entspannt, man konnte alle Westprogramme gucken, ohne das der GEZ-Lurch zweimal klingelt. Sieht so ein Unrechtsstaat aus?
Da kommen jetzt alle mit der Mauer und dem Zaun. Jaja, ist ja gut, aber irgendwo hört auch die schönste DDR auf. Mal ist Schluss mit dem Paradies der Werktätigen, ist doch logisch. Die BRD hätte ja beitreten können, dann hätte es keine Zonengrenze gegeben, scheinheiliges Pack.
Und der Schießbefehl? Wußte doch jeder! Wer schön mit seinem Arsch in der Platte blieb, wurde auch nicht erschossen, oder? Ja siehstu, war doch alles in Ordnung.
Ganz anders in der BRD. Da latscht ein harmloser österreichischer Braunbär über die grüne Grenze nach Bayern und wird sofort abgeknallt. Und der wußte nichts von einem Schießbefehl. Nänä, da lass ich nichts kommen auf die DDR, das war nicht alles schlecht. Hätte man nicht unbedingt abschaffen müßen. War etwas voreilig.
Der Linken neuer Feind: das “Imperium”
Juni 24, 2010 von Daniel Pipes, National Review Online, 22. Juni 2010
Englischer Originaltext: The Left’s New Enemy: “Empire” Wir wissen, was Marx, Lenin, Stalin und Mao wollten (staatliche Kontrolle über alles und jeden) und wie sie dieses Ziel erreichten (brutaler Totalitarismus); aber was wollen ihre Nachfolger heute und wie hoffen sie das zu erreichen? Das ist ein seltsam ununtersuchtes Thema. Antworten bietet Ernest Steinberg von der Universität in Buffalo in einem die Augen öffnenden Artikel der letzten Ausgabe von Orbis: “Purifying the World: What the New Radical Ideology Stands For.” (Die Welt reinigen: Wofür die neue radikale Ideologie steht.) Er beginnt damit, dass er umreißt, wogegen die extreme Linke (im Gegensatz zur “anständigen Linken“) sich stellt und was sie will. Wogegen die Linke ist: Der Hauptfeind ist etwas, das “Imperium” genannt wird (im Englischen ohne bestimmten Artikel), ein angebliche globaler Monolith, der die Welt dominiert, ausbeutet und unterdrückt. Sternberg fasst die alles umfassende Anklage gegen das Empire zusammen:
Das Imperium erreicht seine Ziele über “Wirtschaftsliberalismus, Militarismus, multinationale Konzerne, die Massenmedien und Überwachungstechnologien”. Weil der Kapitalismus Millionen Tote verursacht, was ein nicht kapitalistisches System eliminieren würde, ist er auch des Massenmordes schuldig. Die Vereinigten Staaten sind natürlich der Große Satan, dem das Horten unverhältnismäßig vieler Ressourcen vorgeworfen wird. Ihr Militär unterdrückt die Armen, damit ihre Konzerne diese ausbeuten können. Ihre Regierung wirbt mit der angeblichen Gefahr des Terrorismus, um im Ausland aggressiv vorgehen und im Inland unterdrücken zu können. Israel ist der Kleine Satan, der dem Imperium als finsterer Verbündeter dient – oder vielleicht ist der jüdische Staat in Wirklichkeit der Gebieter? Von den Treffen des Weltsozialforums in Brasilien bis zur Antirassismus-Konferenz der UNO in Durban und von den großen Kirchen bis hin zu den NGOs wird der Zionismus als das absolut Böse dargestellt. Warum Israel? Jenseits von nicht allzu subtilem Antisemitismus lebt von den westlichen Staaten einzig Israel unter einem Trommelfeuer ständiger Bedrohungen, wodurch es im Gegenzug gezwungen ist ständig Krieg zu führen. “Aller Zusammenhänge entkleidet”, vermerkt Sternberg, “passt Israels Handeln in das notwendige Image eines Aggressors.” Um die überlegenen Ressourcen des Imperiums zu bekämpfen, muss die Linke sich mit jedem verbünden, der auch dagegen kämpft – insbesondere den Islamisten. Die Ziele der Islamisten widersprechen denen der Linken, aber egal; so lange die Islamisten das Imperium zu bekämpfen helfen, haben sie einen geschätzten Platz in der Koalition. Was die Linke anstrebt: Ein Schlagwort ist Authentizität: Imperien machen indigene Kulturen demnach zu gefährdeten Arten. Kultur sollte indigen, organisch und vor dem krassen Kommerzialismus (z.B. Hollywood), seinem falschen Rationalismus und seinen falschen Freiheitskonzepten geschützt sein. Ein zweites Schlagwort ist Demokratie: Die Linke lehnt die ferne und formalistische Struktur einer reifen Demokratie ab und feiert stattdessen eine nicht hegemoniale Basisdemokratie, die mehr direkten Einfluss bietet. Der demokratische Prozess, erklärt Steinberg, “wird über Treffen vorankommen, die frei von den manipulativen Zügeln von Gesetz, Verfahren, Präzedenzfällen und Hierarchien sind”. Diese hochfliegenden Worte verschleiern allerdings ein Rezept für Despotismus; diese Gesetze, Verfahren und Hierarchien haben einen sehr realen Sinn.
Ein drittes ist Nachhaltigkeit: Um Wirtschaften in das Ökosystem der Welt zu integrieren, wird die neue Ordnung “mit alternativen Energien, organischer Landwirtschaft, lokalen Lebensmittelmärkten und Industrie mit geschlossenen Kreisläufen betrieben, wenn Industrie denn gebraucht wird. Die Menschen werden mit öffentlichen Verkehrsmitteln reisen oder Autos fahren, die mit der Erde sanft umgehen oder noch besser: Fahrrad fahren. Sie werden in grünen Häusern leben, die aus Material vor Ort gebaut wurden und in Städten, die innerhalb von Bioregionen organisch wachsen. Das Leben wird von Karbon-Emissionen befreit sein. Es wird ein dauerhafter, friedfertiger Lebensstil sein.” Der Sozialismus formt definitiv einen Teil dieses Bildes, aber die Wirtschaftslehre dominiert nicht länger, wie sie es früher tat. Das neue linksextreme Ziel ist komplexer als purer Antikapitalismus; es bildet einen kompletten Lebensstil. Sternberg nennt diese Bewegung “Weltpurifikationismus”, ich aber bevorzuge Linksfaschismus. Dann stellt Sternberg die entscheidende Frage: Wird die jüngste Inkarnation der Linken einmal mehr totalitär werden? Er findet, es ist zu früh, um eine definitive Antwort zu geben, zeigt aber mehrere “Warnschilder des Totalitarismus” auf, darunter die Entmenschlichung der Feinde und Massenmord-Vorwürfe. Er warnt vor einem Wendepunkt, an dem die Linksfaschisten “ihre Katastrophen-Rhetorik wahr machen und sich Selbstmord-Gürtel umschnallen oder zu den Waffen greifen, um Märtyrer zu werden”. Mit anderen Worten: Die Gefahr ist real und gegenwärtig. So viel zu den modischen Theorien von vor zwei Jahrzehnten – hinaus posaunt, als die Berliner Mauer fiel – über ein Ende der Ideologie. Die Linke hat sich nach dem Fall des Leninismus in neuen Gräben verschanzt und bedroht die Menschheit mit einer neuen Version ihrer antiwestlichen, antirationalen, antifreiheitlichen, antiindividualistischen Ideologie. |
Von wollen und dürfen
Juni 23, 2010Ein Millionär zu sein ist immer noch die Paradiesvorstellung der Bekloppten und Bescheuerten. Haben die sich eigentlich schon mal gefragt, was sie mit den paar Mücken überhaupt anfangen können? Okay, noch mehr Chips kaufen und sogenannte Traumautos vor die Reihenbude stellen. Dann ist aber auch schon Ende im Gelände. Beim Reichsein gibt es eine gewisse Durststrecke zwischen, sagen wir mal, einer Million und einer Milliarde. Mit einer Million kannst du vor Deinem Nachbarn angeben, mit einer Milliarde kannst du deinem Nachbarn sagen, er soll sich verpissen und eine Stunde später läßt du seine häßliche Hütte abreissen. Nur der wirkliche Reichtum eröffnet einen gewissen Gestaltungsspielraum. Du kannst Politiker bestechen, Tausende arbeitslos machen und soviel für Tierheime spenden, daß sich Sozialhilfeempfänger als Katze verkleiden.
Damit dies auch so bleibt, werden Großverdiener von der Politik verschont und Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger für die von den Finanzmärkten verursachten volkswirtschaftlichen Schäden zur Kasse gebeten.
Seitdem der Kaputte vor dem Supermarkt den abgelaufenen Shrimp und Champagner aus der Mülltonne fischt und vertilgt, braucht es immer mehr Phantasie ihnen das nicht vorhandene Geld aus der Tasche zu ziehen.
Dies haben auch schon einige Großverdiener erkannt, die nicht wissen, wohin mit all der Kohle, die schon langsam auf dem Bankkonto verschimmelt. So kommt es, dass Ernst Prost, Chef des Motorenöl-Herstellers Liqui Moly, sagt: “Mir ist das ein Rätsel, warum die Politik Leute vor einer höheren Belastung verschonen will, die gar nicht verschont werden wollen.” Modeunternehmer Jürgen Hoch empfindet es als “blanken Hohn, wenn Hartz-IV-Empfängern das Elterngeld gestrichen wird, und Leute wie ich müssen keinen Cent mehr bezahlen”. Auch Porsche-Konzernbetriebsratschef Uwe Hück hält es für “ungerecht und einen Skandal, wenn die Folgen der Krise nur von den Geringverdienern getragen werden”. Für einen “neuen Lastenausgleich” ist Autor und Ex-”Tagesthemen”- Moderator Ulrich Wickert: “Jeder, der mehr als 5000 Euro im Monat verdient, zahlt ein Monatsgehalt an den Staat, um damit die Schulden abzutragen.”
Doch die Politik wird einen Scheiß tun um ebensolche Schöpfungskollegen wie Ernst Prost, Jürgen Hoch, Ulrich Wickert oder Uwe Hück für Ernst zu nehmen und zur Kasse zu bitten, denn täte die verlauste Rotte dies, müßte sie auch mit gutem Beispiel voran gehen und etwas von ihrer Überversorgung abgeben. Alles Scheiße!
Als Politiker bist du nur der Arsch unter den Reichen, das Fußvolk. Und wer möchte schon von seinem Versorgungsanspruch etwas abgeben und die bekloppten Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger entlasten, haben diese doch keine Lobby und sind zu bescheuert sich zur Wehr zu setzen.
Also bleibt alles beim Alten und es wird da gekürzt, wo es einem selbst nicht weh tut.
Auch wenn die Reichen ihrern Obolus entrichten wollten und täten, so schnell kommt die Bundesregierung mit den Steuererleichterungen und Subventionsregelungen garnicht hinterher um ihnen das Geld wieder zuzuschustern.
Spieler ohne Stolz
Juni 22, 2010
Die Leistungen bei der Fußball-WM in Südafrika haben die Fans bisher enttäuscht. Ein Grund dafür könnte sein, dass die Spieler sich kaum noch mit ihren Ländern identifizieren, da sie normalerweise in internationalen Vereinen spielen.
Vielleicht daher die Enttäuschung, dass Brasilien bisher keinen Samba im Strafraum getanzt hat. Und dass Frankreich bisher so gekämpft hat, als ob es lieber verlieren wolle und das Deutschland die Heimreise bereits buchte.
Wie doch eigentlich alle mehr Fehler machen und steifer wirken als normalerweise. Vielleicht ist die Pflicht, sein Land zu repräsentieren, nur ein Echo aus einer versunkenen Welt, in der die Staatsgrenzen tatsächlich noch etwas bedeutet haben: Identifikation, Sicherheit und ein gemeinsames gesellschaftliches Ziel.
Doch spielen die größten Stars der Meisterschaften tagtäglich in Clubs, wo nur der Fußball und das Geld zählen, nicht aber die Nationalität.
Kollektive Bestrafungen
Juni 21, 2010Kollektivstrafe – DAS Schimpfwort schlechthin, wenn es um die Menschen im Gazastreifen geht und wie Israel mit ihnen umspringt.
Wenn Israel den Gazastreifen abriegelt, dann heißt es, dass die Menschen dort nicht darunter leiden dürfen. Weil ja nur die Hamas dort die nicht so Guten sind. Und weil es keine anderen Terrorgruppen gibt. Und weil nicht mal die Hamas so böse ist, wie die Israelis sagen. Und weil das sowieso alles immer alles nur noch schlimmer macht, was die Israelis tun. Und weil das das Ghetto ist, das Elendsquartier, das Freiluft-Gefängnis (bestenfalls) bis Freiluft-KZ (weil man nichts Schlimmeres findet, das man den Israelis anhängen kann), Und weil Israel einen langsamer Genozid an den Palästinensern vollzieht.
Solches alles, obwohl bewiesen ist, dass keine humanitäre Katastrophe vorliegt, im Gegenteil. Obwohl die PalAraber die Hamas gewählt haben. Schließlich wird ja bei anderen Gelegenheiten damit argumentiert, dass es die gewählte palästinensische Volksvertretung ist. Und damit legitim (was niemand ernsthaft bestreitet). Nur: Die Folgen sollen die Wähler nicht tragen müssen.
Die Verantwortung für ihr Handeln sollen die PalAraber nicht tragen müssen. Sie sind offenbar Kinder. Kinder, die man versucht antiautoritär zu erziehen; und dabei die Fehlschläge einfach nicht zur Kenntnis nehmen will, weil man dann ja eingestehen müsste, dass man Fehler gemacht hat.
Also ist „Kollektivstrafe“ keinesfalls erlaubt.
Nicht bei Arabern. Nicht bei Muslimen. Nicht bei Hamas-Jüngern. Nicht bei Hamas-Untertanen. Bloß nichts tun, was dazu führen könnte, dass die Hamas von der Bevölkerung isoliert wird. Weiter alimentieren, damit es keine Folgen für sie gibt und die Hamas nicht gezwungen sein kann anders zu handeln – sich anständiger zu benehmen oder wenigstens so zu tun, wie es die Fatah vormacht.
Ich weiche ab, es geht ja um Kollektive.
Es gibt allerdings andere, die abgestraft werden. Kollektiv. Ohne dass das so genannt wird. Und auch, ohne dass der Kollektivstrafen-Vorwurf wohl akzeptiert werden würde. Zwei Beispiele von heute:
- In Kalifornien sollte ein israelischer Frachter anlegen. Gewerkschaftler haben ihn boykottiert und 24 Stunden lang nicht anrühren lassen. (Manche Quellen sagen, die Idioten hätten sich vertan und ein chinesisches Schiff boykottiert.) Das Schiff gehört weder dem Staat Israel noch die Firma, die es betreibt. Aber es muss boykottiert werden, weil es israelisch ist.
- In Frankreich setzt eine Kinokette einen israelischen Film ab und nimmt stattdessen einen über Rachel Corrie ins Programm. (Wenn Israel die Blockade des Gazastreifens aufhebt, dann würde auch der Film gerne gezeigt, sagte die Chefin.) Der Regisseur, die Produktion, keiner hat etwas mit der israelischen Regierung und deren Palästinenserpolitik zu tun. Aber Boykott ist wichtig.
Es gibt massenhaft weitere Beispiele, die zeigen, dass Boykott, Abstrafung, Ablehnung gegen alles Israelische durch das gerechtfertigt wird, was man eigentlich Israels Regierung anlastet. Im Fall Israels wird nicht weiter unterschieden zwischen Regierung und Opposition, zwischen Herrschern und Volk, zwischen Befürwortern einer Politik und deren möglichen Gegnern. Während in Sachen PalAraber selbst die Anhänger nicht unter dem Tun ihrer Oberen leiden dürfen, sollen Israelis – selbst wenn sie vehemente Gegner der Regierung sind – die „Verantwortung“ und die Folgen tragen müssen.
Zweierlei Maß? Ja. Wird aber abgestritten.
Wer verlangt, dass Israel die Gazaner nicht „kollektiv bestraft“, der sollte sich umgekehrt auch daran halten, wenn es um Israel geht. Wird aber nicht gemacht.
Wie soll man diese Sonderbehandlung der Juden nennen?
Wahltrends
Juni 21, 2010Bei den jüngsten Wahlen in Großbritannien, Italien, Ungarn, den Niederlanden und Belgien haben europaskeptische und nationalistische Parteien große Erfolge erzielt. Ein besorgniserregender, aber abzusehender Trend. Immer mehr Wähler schauen lieber nach innen als nach außen. Sie haben Angst, dass die neue Verteilung von Reichtum und Macht auf Kosten ihres eigenen Volkes oder ihrer eigenen Region geht. Das ist erklärbar.
Nicht Europa, sondern China scheint der Sieger dieser ökonomischen Krisenzeit zu sein. Der Machtverlust wird all den Kosmopoliten vorgeworfen, die immer wieder betonen, dass die Globalisierung unvermeidlich ist. Das zeigt wieder einmal, dass Europa nur dann akzeptiert wird, solange der Wohlstand zunimmt. Da der nun auf dem Spiel steht, verliert das europäische Projekt stetig an Legitimität.
Wenn sich dieser Trend durchsetzt, explodiert am Ende auch der supranationale Schutz. Europa steht nicht nur durch die Eurokrise auf den Weltmärkten unter Druck, sondern auch durch politische Erosion an der eigenen Basis.
von
“Empire”, der Schlüsseltext des Linksfaschismus.
Die Geschichte hat offensichtlich nicht geendet.