Von wollen und dürfen

Posted on Juni 23, 2010 von

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Ein Millionär zu sein ist immer noch die Paradiesvorstellung der Bekloppten und Bescheuerten. Haben die sich eigentlich schon mal gefragt, was sie mit den paar Mücken überhaupt anfangen können? Okay, noch mehr Chips kaufen und sogenannte Traumautos vor die Reihenbude stellen. Dann ist aber auch schon Ende im Gelände. Beim Reichsein gibt es eine gewisse Durststrecke zwischen, sagen wir mal, einer Million und einer Milliarde. Mit einer Million kannst du vor Deinem Nachbarn angeben, mit einer Milliarde kannst du deinem Nachbarn sagen, er soll sich verpissen und eine Stunde später läßt du seine häßliche Hütte abreissen. Nur der wirkliche Reichtum eröffnet einen gewissen Gestaltungsspielraum. Du kannst Politiker bestechen, Tausende arbeitslos machen und soviel für Tierheime spenden, daß sich Sozialhilfeempfänger als Katze verkleiden.
Damit dies auch so bleibt, werden Großverdiener von der Politik verschont und Arbeitslose und Sozialhilfeempfänger für die von den Finanzmärkten verursachten volkswirtschaftlichen Schäden zur Kasse gebeten.
Seitdem der Kaputte vor dem Supermarkt den abgelaufenen Shrimp und Champagner aus der Mülltonne fischt und vertilgt, braucht es immer mehr Phantasie ihnen das nicht vorhandene Geld aus der Tasche zu ziehen.
Dies haben auch schon einige Großverdiener erkannt, die nicht wissen, wohin mit all der Kohle, die schon langsam auf dem Bankkonto verschimmelt. So kommt es, dass Ernst Prost, Chef des Motorenöl-Herstellers Liqui Moly, sagt: „Mir ist das ein Rätsel, warum die Politik Leute vor einer höheren Belastung verschonen will, die gar nicht verschont werden wollen.“ Modeunternehmer Jürgen Hoch empfindet es als „blanken Hohn, wenn Hartz-IV-Empfängern das Elterngeld gestrichen wird, und Leute wie ich müssen keinen Cent mehr bezahlen“. Auch Porsche-Konzernbetriebsratschef Uwe Hück hält es für „ungerecht und einen Skandal, wenn die Folgen der Krise nur von den Geringverdienern getragen werden“. Für einen „neuen Lastenausgleich“ ist Autor und Ex-„Tagesthemen“- Moderator Ulrich Wickert: „Jeder, der mehr als 5000 Euro im Monat verdient, zahlt ein Monatsgehalt an den Staat, um damit die Schulden abzutragen.“
Doch die Politik wird einen Scheiß tun um ebensolche Schöpfungskollegen wie Ernst Prost, Jürgen Hoch, Ulrich Wickert oder Uwe Hück für Ernst zu nehmen und zur Kasse zu bitten, denn täte die verlauste Rotte dies, müßte sie auch mit gutem Beispiel voran gehen und etwas von ihrer Überversorgung abgeben. Alles Scheiße!
Als Politiker bist du nur der Arsch unter den Reichen, das Fußvolk. Und wer möchte schon von seinem Versorgungsanspruch etwas abgeben und die bekloppten Arbeitslosen und Sozialhilfeempfänger entlasten, haben diese doch keine Lobby und sind zu bescheuert sich zur Wehr zu setzen.
Also bleibt alles beim Alten und es wird da gekürzt, wo es einem selbst nicht weh tut.
Auch wenn die Reichen ihrern Obolus entrichten wollten und täten, so schnell kommt die Bundesregierung mit den Steuererleichterungen und Subventionsregelungen garnicht hinterher um ihnen das Geld wieder zuzuschustern.

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