„Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“, diese kleine Zeile aus einem Lied von Bata Ilic kam mir heute morgen in den Sinn. Und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr wird mir klar, welch tiefe moralische Erkenntnis in dieser harmlosen Schlagerzeile steckt.

Doch Moral und Nächstenliebe sind weder Philip Rößler noch den Krankenkassen bekannt. Warum auch, ersterer lebt im politischen Olymp mit lebenslangen Versorgungsanspruch und die Krankenkassen sind eine Solidargemeinschaft mit kospieliger Verwaltung.
Da beiden der Nächste das liebe Geld ist, arbeiten sie auch Hand in Hand.
So haben die Krankenkassen im letzten Jahr einen Überschuss von mehr als 1,4 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der höhere Gewinn ermögliche es den Kassen, ihre Rücklagen auszubauen. Den größten Überschuss hätten die Ortskrankenkassen mit 916 Millionen Euro eingefahren.
Und weil soviel Engagement der Krankenkassen belohnt werden muß, kam kam Don Felipe della Rosalia – der Gesundheitsritter mit traurigen Gestalt, der die Pharmaindustrie in die Knie zwingen wollte –

auf die Glorreiche Idee, den Krankenkassen auch noch eine Beitragserhöhung sowie die endlose Anhebung der Zusatbeiträge zu gewähren, während Leistungen im Gegenzug gestrichen werden sollen.
Jupheidi heida! Der Gemeinschaftsbekloppte guckt lieber Fußball und läßt die Politiker und Krankenkassen mauscheln und denkt sich: „Kömma eh nüscht machen!“
Großartig!
Bin mal gespannt, wann die Kassenbeiträge verdoppelt und die Leistungen eingestellt werden.