Der Mensch kommt als kleines Arschloch, roh und ungeschliffen auf die Welt. Was ihm dann in den ersten Lebensjahren widerfährt, nennt sich Erziehung und wird von Außen an ihn herangetragen, zum Beispiel Dankesagen, die Koprophilie in den Griff  kriegen und dem Schwesterchen nicht den Hals umdrehen.
Mit der Zivilisation schon ein wenig vertraut, schließt sich der Erziehung die Bildung an. Diese allerdings soll schon vom Individuum in Eigenleistung erlangt werden.
Neugierig auf das, was die Welt im Innersten zusammenhält, erforscht der kleine Bildungsbürger Kunst und Philosphie, Wissenschaft und Religion. Danach ist er nicht nur schlauer geworden, sondern weiß, dass man das Erbe der Väter erwerben muss, um es zu besitzen.
Die spätbürgerliche Wohlstandskrampe unserer Tage dagegen scheißt was auf den aktiven Teil dieses Unternehmens und „läßt sich weiterbilden“, beispielsweise zur Ayurveda-Paartherapeutin oder so.
Möglichst nicht mit dem Arsch aus dem Versorgungssofa hoch und sich dabei mit esoterischen Blödsinn bespaßen lassen, so bringt Bildung Fun.
Je bekloppter das Sujet, desto eher läßt es sich portionieren: Vierzehn Doppelstunden tibetanische Penismassage und schon darf man sich Meister nennen.
Je vorgekauter die Esoterikgrütze und je teurer die Kurseinheit, desto bereitwilliger nimmt der Zögling den Mumpitz auf. Schon nach einer Woche Crashkurs schleicht der Weitergeildete mit einem alten Batterietester durch die Wohnung, um den schädlichen Rosettensmog auf die Schliche zu kommen. Schnell noch mal einen Sessel umgerückt, und die Rechnung erweitert sich um den Posten Feng-Shui-Beratung.
Da man am ehesten zu glauben bereit ist, was man nicht sieht, erfreut sich die Wasserader bei den selbsternannten Experten großer Beliebtheit. Auch in der Psyche, die ja per se nicht durchschaubar ist, fuhrwerkt der GeschwindGeschulte gerne herum.
Angepriesen wird die Befreiung von Angst, Stress, Afterjucken und

, alles nach den zwölf  Weisheiten der Mescalero-Kasemuffen.
Rucki-Zucki ist der schiefe Brägen wieder ganz, und wenn die ARGE noch nen Tausender drauflegt, dann darf der Proband sich selber Lehrer der entsprechenden Kasemuffen-Weisheiten nennen.
Ja, und wenn es nicht klappt mit Aloe Vera, Hinkelsteintherapie oder anderem fernöstlichen Budenzauber, dann lässt man sich eben für den nächsten Hokuspokus weiterbilden. Und wenn man dann endlich komplett verblödet, kommt die nächste Karriere als Opfer, Kranker  oder Geschädigter.
Immer schön Passiv bleiben, damit das Leben nicht aus Versehen plötzlich Spaß macht.