Der Internetdienst Wikileaks hat geheime Dokumente über den Afghanistan-Krieg enthüllt, welche die Tageszeitung The Guardian in Zusammenarbeit mit der New York Times und dem Spiegel veröffentlicht und beurteilt:
Das kollektive Bild, das sich herausschält, ist sehr verstörend. Wir erfahren heute von nahezu 150 Zwischenfällen, in denen Koalitionstruppen, britische eingeschlossen, Zivilisten getötet oder verletzt haben. Doch von den meisten Zwischenfällen wurde nicht berichtet. Wir erfahren von hunderten Grenzkonflikten zwischen afghanischen und pakistanischen Truppen, die eigentlich Allierte sein sollen; von der Existenz einer Kommandoeinheit, deren Aufgabe beinhaltet, Taliban und al-Qaida-Führer zu töten; von der Abschlachtung von Zivilisten durch die improvisierten Sprengsätze der Taliban und von einem Katalog von Zwischenfällen, wo Koalitionstruppen sich gegenseitig und afghanische Kameraden beschossen und getötet haben.
Wie auch immer man das interpretieren will: Es ist ein Afghanistan, das weder die USA noch Großbritannien einer souveränen nationalen Regierung in Kabul als Geschenk mit rosa Schleife überreichen können. Ganz im Gegenteil.
Nach neun Jahren Krieg droht das Chaos alle zu überwältigen.