Im Westen wo´s nix neues gibt, lebt seit Cäsars Zeiten der Franzmann.
Von keinem seiner europäischen Nachbarn hat der Deutsche ein so klares Bild vor Augen, wie vom Erbfeind und Erzfreund jenseits des Oberrheins.
Den Weibchen stellt er nach, obwohl doch im Hauptberuf Schwuler und Frisör, schon am frühen Morgen haut er sich den Rotwein in den Schlund, fährt breit wie eine Natter mit klapprigem R4 ins Bistro, und frühstückt erstmal einen Pastice und eine gelbe Gitanes.
Arbeiten tut er gar nicht der Gallier, stattdessen lieber demonstrieren.
Das demonstrieren haben mittlerweile andere, in Frankreich lebende, Volksgruppen für sich entdeckt und weitestgehend radikalisiert.

Kurz nach den Randalen in Grenoble gibt es nun wieder Ärger, dieses mal aber mit kriminellen Roma.
Auslöser der Auseinandersetzungen zwischen Roma und der Polizei in der Bretagne war, das ein junger Roma bei einer Schiesserei mit der Polizei erschossen wurde. Ersten Ermittlungen zufolge war er vor einer Verkehrskontrolle geflohen, weil er keinen Führerschein hatte und wegen eines Diebstahls in einem Nachbarort gesucht wurde.
Daraufhin kam es zu Randalen von mehreren Roma, die eine Polizeiwache attackierten und drei Autos in Brand setzten. Das Ende vom Lied:
Innerhalb von drei Monaten soll die Hälfte der landesweit etwa 300 illegalen Lager aufgelöst werden. Die Behörden sollen zudem Roma aus Bulgarien und Rumänien im Fall von Straftaten „nahezu umgehend“ abschieben. Außerdem stehen die Roma unter dem Verdacht des gewerblichen Betruges, der Steuerhinterziehung und Erschleichung von Sozialhilfe, woraufhin von der französischen Regierung Steuerfahnder mit Polizeischutz in die illegalen Siedlungen geschickt werden.
Opposition und Lobbyverbände reagierten empört und warfen der Regierung Rassismus vor. Die Oppositionspartei PS warf Sarkozy eine „ethnische Stigmatisierung“ vor. Ein Zusammenschluss von Roma-Organisationen drohte der Regierung mit einer Anzeige wegen „Aufstachelung zum Rassenhass“. Andere Kritiker vermuteten, die Regierung wolle mit dem Aufregerthema von der Steuer- und Spendenaffäre um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ablenken. Sarkozy hatte kürzlich erst angekündigt, dass er das Thema Sicherheit wieder verstärkt in den Vordergrund schieben wolle.