Ein braunes Schild am Wegesrand, darauf „Wir verbrennen den Koran!“
Bravo, da kurbelt eine tapfere, kleine Gemeinde den Tourismus an und besetzt eine Nische im US amerikanischen NSA -Kataster.
Was in Deutschland unmöglich wäre, da es hier zu jedem uninteressanten und zu Recht vergessenen, überwundenen oder banalen Vergangenheitsrelikt eine eigene Gedächtnisstätte gibt. Alles hat einen eigenen Tempel der Erhabenheit.
Doch was macht man mit den ganzen Plunder?
Autoreifen, Elektrogeräte, Hartplastik, Leichtverpackungen, Spanplatten und Altbatterien, für jeden Müll gibt es in Sauberland eine politisch korrekte Entsorgungsweise. Nur den geistigen Müll zwischen Buchdeckeln muß man anscheinend sein Leben lang von einer Umzugskiste in die nächste packen. Es gibt keine ethisch akzeptierte Form der Bücherverschrottung.
Umweltgerecht wäre ja die Verbrennung, hätte sie nicht den üblen Geruch des Rechtsradikalen. Wobei diese Assoziation dem Gutmenschen-Voodoo entstammt.
Bloß weil ich mit dem zerlesenen Luchterhand-Schwarten von Mohammed – dem Karavanen-Räuber den Kaminofen beschicke, heißt das noch lange nicht, dass ich dem alten Rechthaber-Sack ans Leder oder gar seine Werke verbieten will. Nää, ich will nur nicht mehr jedes Buch, bloß weil es ein Buch ist, aufbewahren müssen.
Wo fängt das Sanktuarium des Buches an? Ist es vielleicht nur die Literatur im engeren Sinne, die den Schutz der Unverbrennbarkeit und Nichtwegschmeißbarkeit genießt, greift da der Voodoo-Glaube? Wenn ich einen Schinken, auf dem Koran draufsteht in die Tonne werfe, habe ich dann auch ein Stück Islam entsorgt? Schön wärs!

In Büchern wird mindestens so viel Schwachsinn verbreitet wie in so manchem Gotteshaus – wobei das eine oder andere mitunter in Rauch aufgeht, dennoch umflort das Buch an sich eine Aura des Geistigen – als hätte es der alte Gutenberg noch selbst gedruckt.

So sah es auch der Pastor Terry Jones, der die Korane aus seiner Gemeinde in Florida entsorgen wollte. Doch Schlussendlich entschied er sich dafür, diese Bücher in die Altpapiersammelstelle zu geben und doch kein Barbeque mit Korane als Heizmaterial zu veranstalten, außerdem hätten die Marshmellows nicht gereicht sagte er.

Aber darf man Gottes Wort ins Feuer werfen? Hehehehehe, da gruselt es selbst den überzeugten Agnostiker.