Rechte Protestparteien erobern Europas Parlamente. Es steht wirklich nicht gut um das progressive Lager in Europa: Jetzt wollen sogar die Schweden nicht mehr sozialdemokratisch sein. Der Einzug der rechtspopulistischen Schwedendemokraten in den Reichstag hängt mit der fehlenden Diskussion über Integration von Einwanderern zusammen. Wenn nicht einmal der solide regierte Wohlfahrtsstaat Schweden das Heranwachsen einer solchen Protestpartei verhindern kann, müssen die Probleme groß sein. Wer sich in dem multiethnischen Schweden auskennt, weiß, wovon die Rede ist. Auch in Schweden sind die Konflikte von den etablierten Parteien zu lange übersehen oder kleingeredet worden. Wie man sehen kann, wenn man die Migrantenghettos in Malmö, Göteborg und die Satellitenstädte um Stockholm besucht.
Integration ist ein unbekannter Begriff, und genau an dieser Stelle entsteht eine Parallelgesellschaft.

Es kommt einem alles bekannt vor. Im Nachbarland Norwegen erreichte die rechte Fortschrittspartei 23 Prozent der Stimmen, in Dänemark toleriert die Volkspartei von Pia Kjaersgaard eine liberalkonservative Koalition, in den Niederlanden wird seit Wochen über eine ähnliche Konstruktion unter Duldung des Islamkritikers Geert Wilders verhandelt.
Gemeinsam ist ihnen, dass sie eine stärkere Kontrolle der Immigration und eine härtere Hand gegen Kriminalität fordern und dass sie einen wachsenden Einfluss des Islam fürchten. Wer das allein schon als rechtsextrem bezeichnet, macht es sich zu einfach.

Doch auch in Deutschland regt sich etwas und verändert die Debatte: „Wer auf Dauer alle Integrationsangebote ablehnt, der kann ebenso wenig in Deutschland bleiben wie vom Ausland bezahlte Hassprediger in Moscheen.
Der Satz stammt nicht von Thilo Sarrazin, sondern von SPD-Chef Sigmar Gabriel, der den Ex-Bundesbank-Vorstand aus der Partei werfen will. Der politische Klimawandel in Europa macht vor Deutschland nicht halt, grade weil Politiker nun härtere Worte als Sarrazin benutzen um sich zu profilieren.