In Deutschland sind nach der Wirtschaftskrise so viele Leiharbeitnehmer beschäftigt wie noch nie zuvor. Im August 2010 kletterte ihre Zahl auf 893.000 Arbeitskräfte – 70.000 mehr als beim bisherigen Höchststand Mitte 2008.

Die Experten des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die die Zahlen im aktuellen Zeitarbeitsindex veröffentlichten, rechnen damit, dass die Millionen-Grenze noch in diesem Jahr geknackt werde. Das Wachstum der Leiharbeit beschleunige sich quasi von Monat zu Monat. Während die Zahl der neuen Leiharbeitskräfte zwischen Juni und Juli 2010 um 3,1 Prozent stieg, waren es zwischen Juli und August bereits 4,8 Prozent.

Laut IW steigen die Arbeitnehmerzahlen in der Branche seit 16 Monaten. Lediglich im Dezember 2009 seien die Zahlen aus saisonalen Gründen leicht zurückgegangen.

„Leiharbeit entwickelt sich immer mehr zum sozialen Sprengstoff am Arbeitsmarkt. Mit Leiharbeit wird zunehmend Stammbeschäftigung verdrängt und eine zweiten industrielle Reservearmee aufgebaut. Löhne von denen man kaum leben kann, sind für die Betroffenen erniedrigend und für die Wirtschaft volkswirtschaftlich betrachtet eine Katastrophe“, kritisiert Detlef Wetzel, Zweiter Vorsitzender der IG Metall den Boom der Leiharbeit.

Die Bundesregierung sei in der Pflicht, endlich Leiharbeit auf ihren eigentlichen Zweck zu begrenzen und das Prinzip gleicher Lohn für gleiche Arbeit festzuschreiben. Doch die Regierung wird einen Scheiß unternehmen, lieber stürzt sie sich in Lobbyarbeit und erläßt Gesetze zur Steuersenkung und zur Gewinnmaximierung. Die Arbeitgeber sitzen mit ihrem erpresserpotenzial am längeren Hebel, wie schon immer ist und bleibt der Arbeitnehmer das dumme Schwein, welches für einen Hungerlohn schuftet und auch noch staatliche Beihilfen (ergänzendes Hartz-IV) in Anspruch nehmen muß – sollte er es denn bewilligt bekommen – anstelle mal ordentlich zu streiken, so wie es die europäischen Nachbarn vormachen.