Die Kirche von Trabzon in der Nordost Türkei wurde erneut angegriffen. Wie die türkische Presse am Dienstag, den 15. Februar 2011, berichtete, griffen türkische Nationalisten die katholische Marienkirche in Trabzon an, indem sie nationalistische Parolen vertraten und die Kirchengebäude mit Molotow-Cocktails sowie Flaschen bewarfen. Der Vorfall ereignete sich bereits vor einigen Wochen, die Täter wurden allerdings bis heute nicht gefasst.
Eine der Flaschen beinhaltete einen Zettel mit der Drohung: „Entweder ihr entfernt selbst das Kreuz vom Kirchendach oder wir holen es runter.“ Gemeint war hiermit offenbar das nachts erleuchtete Kreuz auf einem Nebengebäude der Kirche. Berichten von Gemeindemitgliedern zufolge, herrsche nun Todesangst in der Marien-Gemeinde.
Erst im Februar 2006 war der damalige Pfarrer der Marienkirche, Andrea Santoro, von einem nationalistischen Jugendlichen innerhalb der Kircheprämissen erschossen worden.
Christen in der Türkei leben zum Teil sehr gefährlich. So macht die GfbV seit Jahren auf das Schicksal des seit 1.600 Jahren bestehenden syrisch-orthodoxen Klosters Mor Gabriel in der Südost Türkei aufmerksam, welches in seiner Existenz bedroht ist. In diesem Konflikt geht es um die Grenzziehung zwischen dem Landbesitz des Klosters
und drei umliegenden muslimisch- kurdischen Nachbardörfern, in dem die christliche Gemeinde verstärkt um seine Ländereien kämpfen muss, dabei allerdings durch die Dorfvorsteher mit Unterstützung der türkischen Regierungspartei (AKP) diskriminiert wird.