Wie kriegt man Männer dazu, über ihre Gefühle zu sprechen? Man zieht sich vor ihnen aus. Das sieht zumindest Sarah White so.

Die 24-jährige amerikanische Psychologie-Studentin will wohl frischen Wind auf die verstaubte Psychologen-Couch bringen. Weil Männer sich bekanntlich sträuben, ihre Gefühlswelt zu offenbaren, hat sich Sarah White einen ganz besonderen Trick einfallen lassen, um sie aus der Reserve zu locken: Die Strip-Therapie.

Und so geht sie vor: Das erste Gespräch verläuft ausschließlich über Chat und kostet den Patienten „nur“ 100 Euro. Sobald eine Beziehung zum Patienten aufgebaut wurde, findet der Übergang zu Skype-Sitzungen statt, in denen sich die ungewöhnliche Psychologin langsam vor der Kamera auszieht. Schließlich folgt die Königsklasse der Therapiesitzungen – die Unterredung von Angesicht zu Angesicht. White verspricht mit ihrer Therapie „Macht durch Erregung“. Ein wahr gewordener Männertraum?

Ob sich die Männer und Frauen bei solch nackten Tatsachen noch auf ihre eigenen Probleme konzentrieren können, ist fraglich. Doch vielleicht hilft es ja, die anfänglichen Berührungsängste abzubauen und das Eis zwischen Therapeut und Patient zu brechen.

Justin Rocket Silverman, der für „The Daily“ einen Selbstversuch wagte, kam zu folgender Schlussfolgerung: „Irgendetwas an einer nackten Frau veranlasst einen Mann dazu, seltsame Sachen zu tun.

Das sagen Sarah’s Klienten:
       
Den Kunden gefällt Sarah’s Therapie-Ansatz, wie die Kommentare auf der offiziellen Internetseite zeigen.
Einer schreibt: „Ich möchte dir danken. Du bist wunderschön, professionell und einfühlsam.“ 

Klient B. sagt: „Ich denke, dass Nackt-Therapie eine erfrischender, ehrlicher Ansatz in einer Welt ist, wo Sexualität zu etwas schrägem verkommen ist. Du bist heiß, deine Idee ist heiß und du rockst!“

Sarah strippt für das Seelenheil ihrer Patienten. Während die also ihre Gefühle entblößen, entblößt die Psychologin ihren Körper.
Dabei ist Sarah ist keine Quacksalberin: Die New Yorkerin hat Psychologie studiert und arbeitet an ihrer Doktorarbeit. Das Thema? Klar: „Nacktheit als Therapieform“.
Und obwohl Sarah Patienten behandelt, ist die junge Frau keine lizensierte Therapeutin. Sich während einer Behandlung vor Patienten zu entblößen ist für Therapeuten verboten. Daher bietet Sarah ihre Dienste nur im privaten Rahmen an.
Der Behandlungsansatz zielt, wen wundert’s, vor allem auf männliche Klienten ab. Doch was verspricht sich Sarah von ihrem Behandlungsansatz? Der „New York Daily“ verriet sie, dass die Erregung beim Klienten während einer Sitzung zur seelischen Öffnung führen soll.

Etwa 150 US-Dollar kostet eine Sitzung mit Sarah White. 30 Stammkunden hat sie schon, vor Anfragen für eine „Therapiesitzung“ kann sie sich kaum retten. Den Kontakt zu den Klienten gibt es am Anfang nur über Text-Chats und Skype-Video-Chats bis sich ein Vertrauensverhältnis aufgebaut hat. Danach sind persönliche Treffen möglich.

Ist es eine Therapie oder doch nur ihr eigenes Ausleben von Sexualität und Zeigefreudigkeit, verbunden mit dem Geldverdienen und dem auffinden eines potenziellen sterbeden Milliardärs?
Sex sells