Spaniens Oberster Gerichtshof hat entschieden, dass sich der Untersuchungsrichter Baltasar Garzón erneut vor Gericht verantworten muss. Diesmal wird ihm vorgeworfen, bei der Untersuchung des Korruptionsskandals „Gürtel“ in der konservativen Volkspartei  Partido Popular Gespräche von Beschuldigten mit ihren Anwälten abgehört zu haben. Das Rechtssystem stellt sich selbst auf den Kopf.
Baltasar Garzón wird nicht nur die erste und vermutlich einzige Person sein, die sich für die Verbrechen der Franco-Diktatur verantworten muss, weil er sie untersucht hat, versteht sich. Er wird auch der zweite sein, der sich wegen des Falls Gürtel verantworten muss. Der erste war der Sprecher der Sozialisten in Valencia, der die Korruption öffentlich angeprangert hatte.
Die beiden Angeklagten repräsentieren den Zustand der spanischen Justiz: Zwei der Personen, die den Skandal Gürtel angezeigt haben, sitzen nun auf der Anklagebank, während die der Korruption Beschuldigten erneut auf der Wahlliste der  Partido Popular stehen und ihre Sitze im valencianischen Regionalparlament wieder einnehmen werden.