Aus dem Kampf gegen die Drogen ist in Mexiko längst ein Kampf um die Drogen geworden. Zehntausende Todesopfer forderte dieser Krieg in den vergangenen Jahren. Auch Kinder geraten immer wieder zwischen die Fronten, für sie kann selbst ein Schulbesuch lebensgefährlich werden.
Seit 2006 kamen 34.600 Menschen im blutigen Drogenkrieg in Mexikos Norden ums Leben.
Der Drogenhandel floriert in ganz Mexiko – vor allem entlang der Grenze zu den USA. Allein in der Grenzstadt Ciudad Juárez wurden seit Ende 2006 etwa 7000 Menschen ermordet, die meisten davon waren zwischen 17 und 35 Jahre alt.


„Kopf auf den Boden!“, schreit Martha Rivera, als auf der Straße geschossen wird. Sie arbeitet in einem Kindergarten in La Estanzuela, einem Viertel im Süden der mexikanischen Stadt Monterrey. Verfeindete Killerbanden haben ihre Waffen gezückt und beschiessen sich auf offener Straße.

In mexikanischen Schulen, Universitäten und Bürogebäuden wird die Maßnahme immer häufiger geübt. Kopf auf den Boden, sich nicht bewegen, warten, bis der Kugelhagel vorbei ist. In Mexiko ist die Gefahr allen bewusst. Seit fast fünf Jahren leidet das Land an der Gewalt der Drogenkartelle.

Im Jahr 2006 erklärte Präsident Felipe Calderón den mächtigen Drogenorganisationen seines Landes den Krieg. Ein Krieg ist das, der durch Millionen Dollar aus Washington subventioniert wird. Ein Krieg, der nur Tote und keine Ergebnisse gebracht hat.