Die Polizei hat im Zentrum Rio de Janeiros gewaltsam eine Protestaktion von rund 2000 Feuerwehrleuten beendet. Die Männer hatten das Brandschutz-Hauptquartier besetzt, um höhere Löhne einzufordern. Die Verhandlungen zwischen der Polizei und den Demonstranten dauerten die ganze Nacht. Anschließend stürmten Spezialeinheiten der Polizei dann unter Einsatz von Tränengas den Gebäudekomplex.
Über 400 Feuerwehrleute wurden festgenommen. Rios Brandschützer verdienen umgerechnet 414 Euro im Monat.

Die Festgenommenen sollen vor Gericht gestellt werden. Ihnen drohen möglicherweise Haftstrafen. Der Gouverneur des Bundesstaates Rio, Sérgio Cabral, zeigte sich empört über die Protestaktion und entliess als ersten Schritt den Feuerwehr-Chef. Die Besetzer nannte er „unverantwortliche Vandalen“.
Doch räumte auch Cabral ein, dass die Gehälter der Feuerwehrleute niedrig seien. Dies rechtfertige aber nicht die Besetzung eines öffentlichen Gebäudes.

Es wird nicht mehr lange dauern und es werden Polizisten gegen Polizisten wegen sozialen Protesten eingesetzt und weiter gegen diese Staatsdiener die Soldaten. Das oben genannte Beispiel zeigt erste Anzeichen des Verfalls der öffentlichen Ordnung und einer Anarchie durch die verantwortliche Regierung.

Temor era que os policiais se unissem ao movimento – Die Angst war da, ob sich die Polizei der Bewegung anschliessen würde”, lautete die zweite Überschrift des Beitrages des Fernsehsenders R7, der in dem Artikel zu den Hintergründen der Proteste auch einen Fernsehbeitrag veröffentlichte, in dem der Gouverneur Sergio Cabral – der behauptete, die Demonstranten wurden von den Oppositionspolitikern angestiftet – und der Sicherheitsexperte Jorge da Silva den Polizeieinsatz als notwendig verteidigten.

Jorge da Silva sagte, dass ansonsten für die Zukunft die Möglichkeit bestehe, dass sich bei Protestaktionen Polizei und Feuerwehr zusammenschliessen würden und das wäre dann nicht mehr kontrollierbar.