Die Griechen protestierten mit Massendemonstrationen und einem Generalstreik gegen ein weiteres Sparprogramm der sozialistischen Regierung. Verkehr und Verwaltung im ganzen Land waren gestört, während tausende Menschen in Athen zu den Regierungsgebäuden strömten, um ihren Unmut über neue Einsparungen zu äußern.
Rund 20.000 Menschen versammelten sich nach Angaben der Polizei auf den Straßen der griechischen Hauptstadt und machten mit Trompeten, Pfeifen und Kochtöpfen lautstark auf sich aufmerksam. Medienberichten zufolge beteiligten sich sogar rund 40.000 Menschen an den Demonstrationen. Die Demonstranten schwenkten griechische und aus Solidarität mit der spanischen Protestbewegung auch spanische Fahnen. Seit Wochen campieren auf dem Athener Syntagma-Platz nach dem Vorbild Spaniens hunderte Menschen.

Vor dem Parlament und dem Präsidentenpalast in Athen hatte die Polizei Zäune und Begrenzungen errichtet, um den Politikern ungehinderten Zugang zu den Gebäuden zu sichern. Mehrere Straßen waren abgeriegelt. Als Demonstranten versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen, setzte die Polizei Tränengas ein, um die Menge zu vertreiben. Dabei gab es mehrere Verletzte.

Proteste gab es auch im nordgriechischen Thessaloniki, wo ebenfalls 20.000 Menschen auf die Straße gingen. Mit der Polizei kam es zu Zusammenstößen, als Jugendliche Steine und Brandsätze auf die Beamten warfen.

Die anhaltenden Massenproteste in Griechenland gegen das neue Sparpaket bringt die Regierung ins Wanken. Ministerpräsident Giorgos Papandreou von der sozialistischen Pasok hat nach Informationen aus Regierungskreisen der Opposition seinen Rücktritt angeboten. Er schlug demnach die Bildung einer gemeinsamen Regierung der „Nationalen Einheit“ vor. Papandreou soll dabei im Gegenzug auch bereit sein, auf sein Amt zu verzichten.