Mit der Rolle der heroischen Opposition ist es für die Grünen nun vorbei. Die neue Regierung steht vor ihrer ersten großen Herausforderung.
In Stuttgart ist es mit der Rolle des heroischen Oppositionsführers nun erst mal vorbei. Nicht einmal auf den Koalitionspartner kann man bei den Stammwählern unbeliebte Entscheidungen schieben: Schließlich stellen die Grünen den Landeschef.
Am Freitag hatte die grün-rote Landesregierung darauf verzichtet, den Baustillstand bis Mitte Juli zu verlängern. Es war ihr zu teuer. Jetzt muss sie dafür den politischen Preis zahlen.

Erst fungieren die Grünen als Anstifter für den Baustopp von Stuttgart 21 und unternehmen alles um die Bevölkerung aufzuwiegeln und sich der Polizei entgegen zu stellen und kaum hat Winfried Kretschmann den Posten des baden-württembergische Ministerpräsidenten, da zählt das alles nicht mehr.
Stuttgart 21 wird weiter gebaut, ob das Volk nun demonstriert oder nicht! So entzaubern sich die Grünen mal wieder ganz alleine.
Diese Holprigkeiten sind nur ein mildes Vorspiel auf die Schwierigkeiten, welche diese Regierung bekommt, wenn ihre Regierungsversuche scheitern und es zu einer Volksabstimmung kommt, welche die grünen Freunde der direkten Demokratie nur durch ein Wunder gewinnen können.
Das bei Grünen wankende Rechts- und Demokratieverständnis, wenn es um die Bewertung von Bürgerprotesten geht, wird sich schneller klären müssen, als der Partei recht sein kann, denn das Romantisch-Schwärmerische ihrer Nein-danke-Politik taugt nicht für das operative Geschäft.