Am Sonntag trafen sich in Madrid, in Barcelona sowie in 60 weiteren Städten wieder Demonstranten um ihren Unmut über das Vorgehen der Politik luft zu machen.

Zehntausende Sympathisanten der 15M Bewegung begannen am Sonntagmorgen in verscheidenen Gegenden von Madrid mit ihren Marsch ins Zentrum der Hauptstadt. Am Neptun-Brunnen auf der  Plaza Cánovas del Castillo trafen die einzelnen Gruppen zusammen und taten ihre Empörung gemeinsam kund. Außerdem wurde eine Erklärung verfasst, mit der die Demonstranten noch einmal unterstrichen, dass die Demonstranten nicht mit der Vorgehensweise der Regierung einverstanden sind.
Das Kongressgebäude der Regierung war abgesperrt, so das die Demonstranten sich nicht nähern konnten um diese Erklärung zu übergeben.

Lifestream vom Sonntag

In Barcelona war es ähnlich, dort ging es vom Plaza Catalunya zum Pla de Palau. Dort ging dann nichts mehr, das gesamte Leben brach zusammen, es war dermaßen gerammelt voll, dass alles zum erliegen kam. Die Organisatoren des Marsches sprachen von über 260.000 Teilnehmern, die sich in Barcelona zusammen gefunden hatten.
Der Marsch begann, in Barcelona auf dem Plaça de Catalunya, um 17.00 Uhr . Auf dem Platz begann man Parolen zu rufen wie: „Puig Resignation“ (man erinnere sich, Josep Puig hat damals die Polizei zur Räumung aufgefordert) und „Nein zur Gewalt“. Während Tausende von ihnen auf Pla de Palau gekommen waren, kamen noch weitere Tausende Demonstranten auf den Plaza Catalunya hinzu.

Die Athmosphäre während des gesamten Marschen war ausgelassen und es kam fast Urlaubsstimmung auf. Trommeln und Pfeifen waren die ständigen Begleiter der Empörten.  Ein riesiger Drachen aus Papier und Pappe war ebenfalls eine Attraktion. Zwei mutmaßliche Polizisten in Zivil, tauchten plötzlich in einer Gruppe auf und begannen zu provozieren und zu randalieren. Doch die Empörten blieben ruhig, um weitere Vorfälle zu verhindern.
Die Organisation „indignados“ aus Santa Coloma de Gramanet und aus Mataró, die morgens die 30 Kilometern von ihren Städten nach Barcelona zu Fuss zurücklegten, füllten die Stadt zu Tausenden.

Doch es wurde nicht nur gegen die verfehlte Politik demonstriert, so wurde die Vertreibung eines Mannes (Luis) im Alter von 74 Jahren und einer Behinderung von 65% aus seiner Wohnung verhindert.
Hunderte Menschen haben sich am letzten Donnerstag an der Tür, Nummer 30, Calle Alfonso XIII de Parla versammelt, einberufen von der Bewegung 15-M, mit der Absicht, die Vertreibung von Louis zu verhindern. Am Donnerstag sollte die Räumung stattfinden. Die Vertreibung wurde „vorübergehend“ gestoppt.
Die Parteien haben sich auf die Aussetzung der Zwangsräumung geeinigt, ohne ein neues Datum zu benennen.
Der Sprecher der Plattform, Eloy Morte, erklärte, dass der Rentner Luis eine Behinderung von 65% hat, er ohne Familie lebt und dank der wirtschaftlichen Situation in Spanien ihm die Mittel fehlen um alle Rechnungen zu begleichen und er somit besonderen Schutzes bedarf. Es wurde um einen Kontakt mit sozialen Diensten der Stadt Parla gebeten, um finanzielle Hilfe zu geben, oder eben alternative Möglichkeiten.
Die Demontration für Luis kam daher, das er sich den campenden Demonstranten anvertraute und ihnen sein Leid klagte. So war Luis Nachts zu ihnen gekommen, auf den Plaza de Sol und um Hilfe gebeten.
Sofort, als wir die Nachricht hörten, kontaktierten wir die 15-M. Wir hatten nur 11 Stunden, um uns zu manfestieren, sagte der Sprecher. Wir hatten Erfolg.

Eine weitere Vertreibung wurde in Palma de Mallorca verhindert.
„Wir haben es geschafft,“ etwa vierzig „Empörte“ in Palma haben entschieden, dass eine Frau, 38 Jahre mit ihrer Tochter, 8 Jahre , nicht aus dem Haus in der Calle La Forge, Nr4,  vertrieben wurde. Die Miete beträgt 350 Euro pro Monat und konnte wegen Arbeitslosigkeit nicht mehr aufgebracht werden.