Im deutschen Verblödungs-TV laufen Kochsendungen am laufenden Band, ob Lanz kocht oder sich einer Sass wünscht, in Polettos Kochschule wird gekocht auf Lichter, Lafer, lecker komm raus.
Doch nun kommt etwas neues, nein, nicht im TV, sondern aus dem Lande der unbegrenten Beklopptheit. Da wollen doch allen Ernstes Bescheuerte US-Forscher den weltweit ersten Schinken aus der Retorte im Herbst der breiten Öffentlichkeit servieren.
Vom 31.August bis zum 2. September veranstaltet die European Science Foundation im schwedischen Göteborg einen Workshop zum Thema „Invitro-Fleisch“, und der US-amerikanische Mediziner und Bio-Designer Vladimir Mironov wird dabei den Teilnehmern ein paar Stücke seines Retortenschinkens kredenzen. Gezeugt aus den embryonalen Muskelzellen eines Truthahns, in Form gebracht mit Rinderserum und genährt mit Chitosan, dem Schalenextrakt von Krustentieren. Ein echtes Laborprodukt eben.
Das Fleisch ist konsistenzlos und fade, soll aber mittels Zusätzen und Gewürzen schmackhaft gemacht werden. Mironov ist überzeugt, dass es allen schmecken wird, noch nicht ganz so gut wie echtes Fleisch, aber man ist ja erst am Anfang.
Gesponsort wird dieses „Invitro-Fleisch“ von der Tierschutzorganisation PETA, denn für die Laborfleischproduktion braucht man – im Unterschied zur herkömmlichen Viehzucht – keine Tiere.
„Sie wollen Schweinegeschmack, oder Lamm? Mit ein wenig Fett, damit es saftiger wird? Kein Problem, wir können das Fleisch so designen, wie Sie es wünschen“, verspricht Mironov. Mit den entsprechenden Stammzellen lässt sich auch Huhn und sogar Fisch im Labor züchten.
Einige Fleischlabors rechnen damit, dass ihre Produkte in etwa zehn Jahren zur Marktreife kommen könnten. Mironov will sich da nicht so genau festlegen, denn noch sind seine schleimigen Fleischklumpen mehr als einen Frikadellenwurf davon entfernt, ihre natürlichen Konkurrenten verdrängen zu können. Allein schon aus Kostengründen, ein Stück Laborfleisch in Nuggetgröße verschlingt derzeit noch fast 60.000 Euro Herstellungskosten.