Die Maya und das Ende der Welt

Der angebliche Weltuntergangs-Kalender der Maya-Indianer steht jetzt im Internet. Die Sächsische Landes-, Staats- und Universitätsbibliothek, in deren Besitz sich das historische Stück befindet, stellte die 800 Jahre alte Handschrift online. Der Kalender sorgt seit Jahren weltweit für Aufsehen: Eine große Esoterik-Gemeinde liest aus dieser Schrift das baldige Ende der Welt ab. Denn der Maya-Kalender endet mit dem 21. Dezember 2012. Damit sich jeder ein Bild von Aufzeichnungen machen kann, hat die Bibliothek die Handschrift digitalisiert.

Das Interesse an dem sogenannten Codex Dresdensis sei groß, sagte Bürger weiter. Fast täglich erhielt die Bibliothek Anrufe aus Mexiko sowie anderen Teilen Lateinamerikas und der Welt. Unter den Interessierten seien Wissenschaftler, Privatleute und auch „Freaks“. Das Internet ist nach Bürgers Angaben voll von Weltuntergangstheorien.

Die Schrift ist nach Einschätzung der Bibliothek eine der bedeutendsten Zeugnisse vorspanischer Zeit in Amerika. Sie besteht aus 39 Blättern aus Feigenbaumrinde, die zusammen 3,50 Meter Länge erreichen. Der Codex zeigt Hieroglyphen, Bilder und Symbole, mit denen Maya-Priester ihr Wissen über Krankheiten, Erntezeiten, religiöse Handlungen, Opferungen und Astronomie der Nachwelt erhielten.
Außerdem gibt es noch Maya-Aufzeichnungen in Madrid, Paris und Mexiko-Stadt. Allerdings enthalte nur das Dresdner Dokument einen Kalender und ein Apokalypse-Bild, auf dem eine Art Sintflut begleitet von mythischen Drachengestalten zu sehen ist.