Die Indignados, die Empörten, haben schnell erkannt, dass nicht alleine ihre Regierung Schuld an der Misere breiter Schichten in Spanien ist, sondern, dass diese Politik zu weiten Teilen in Brüssel, im Rat der Regierungen der EU und im Rat der Wirtschafts-und Finanzminister ersonnen und mit Hilfe der neoliberalen Teile der Kommission durchgedrückt wird.

Folgerichtig wurde Brüssel nun Ziel des Protestes.

Über hundert spanische Indognados kamen vorgestern Nachmittag in Brüssel an und bauten ohne Zwischenfälle im Elisabeth Park, zwei Kilometer von der Innenstadt entfernt ihr Lager auf. Die „Indignados“ planen für eine Woche zu bleiben.

Die Polizei der Brüsseler Gemeinde Koekelberg hat in der Nacht zum Sonntag rund 30 Aktivisten der Indignados in Gewahrsam genommen. Sie hatten unter freiem Himmel übernachten wollen und ein Angebot, in den Räumen einer naheliegenden Universität zu schlafen, rundweg abgelehnt.
Dies zeigt, dass die Stadt versucht die Sichtbarkeit der Bewegung zu verringern, in dem sie in geschlossene Räume verschwinden soll.

Der Bürgermeister von Koekelberg hatte den Aktivisten untersagt, im Elisabeth-Park zu übernachten. Die meisten Protestler begaben sich daraufhin in ein Universitätsgebäude in der Nähe, das ihnen zur Verfügung gestellt wurde.

Die Indignados sind eine Gruppe aus Aktivisten aus ganz Europa, die sich zu Fuß aus Richtung Spanien auf den Weg nach Brüssel gemacht haben, um hier, in der Hauptstadt der Europäischen Union, für eine bessere Weltpolitik zu demonstrieren. Diese Woche sollen in Brüssel mehrere Infoveranstaltungen stattfinden und am kommenden Samstag soll es im Brüsseler Europaviertel zu einer großen Demonstration kommen.