Alle Jahre wieder kommt das Christus Kind….
Und in der schwarz-gelben Koalition der Gedanke die Praxisgebühr zu erhöhen. Zwar kann man nun nicht dem Bürger erklären, dass er anstelle von 10 Euro pro Quartal nun 70 Euro zu bezahlen habe, aber man kann ihm klarmachen, dass ab Frühjahr 2012 der Todgeweihte 5 bis 10 Euro pro Arztbesuch abzudrücken habe.
Das Bundesgesundheitsministerium betonte aber, es habe noch keine konkreten Vorschläge vorgelegt, wie die im Koalitionsvertrag vereinbarte Überprüfung der Praxisgebühr aussehen könnte. Ein Ministeriumssprecher machte klar: „Überlegungen, die Praxisgebühr pro Arztbesuch zu erheben, stammen nicht aus dem Bundesgesundheitsministerium.“
Warum die Erhöhung? Den Regierenden ist es nicht genehm, das der Deutsche im Schnitt mit 18 Besuchen „sehr viel zum Arzt geht“.
Die Überlegungen, pro Arztbesuch eine Gebühr zu verlangen, gehen dem Vernehmen nach auf die Union zurück. Der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer erklärte: „Der Effekt, die Zahl der Arztbesuche zu dämpfen, ist mit der jetzigen Gebühr nicht erreicht worden. Deshalb werden wir prüfen, wie im Koalitionsvertrag vereinbart, ob wir eine unbürokratischere, bessere Lösung finden.“
Der Duisburger Gesundheitsökonom Jürgen Wasem regte eine Gebühr von fünf Euro an. „Fünf Euro pro Besuch macht mehr Sinn als die jetzige Gebühr“, sagte er der „Bild„.
Der Kieler Sozialexperte Thomas Drabinski brachte eine Selbstbeteiligung an den Behandlungskosten von bis zu zehn Prozent ins Gespräch. Das seien in der Regel fünf bis zehn Euro pro Arzttermin.
Auch der Chef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, unterstützt das Reformvorhaben der Koalition. „Als Steuerungsinstrument für weniger Arztbesuche ist die Praxisgebühr gescheitert“, sagte Klusen der Zeitung. Sie spüle jährlich aber rund 2,8 Milliarden Euro ins Gesundheitssystem.
Allerdings wird bezweifelt, dass eine Erhebung der Gebühr pro Arztbesuch mehr Steuerungswirkung erziele, zumal sie erst im Nachhinein erhoben werde. Der Haupteffekt wären wohl Mehreinnahmen im Gesundheitssystem. Die Krankenversicherung aber hat derzeit kein Geldproblem, denn sie wies zuletzt Überschüsse aus.