Deutsche Bahn lässt Schiffbrüchige sitzen

Posted on Januar 25, 2012 von

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Nicht nur, das die deutsche Lufthansa im März 2011, nach der Fukushima-Katastrophe, 7000€ für einen Oneway-Flug nach Deutschland verlangte, so setzt sich das Spiel mit der deutschen Bundesbahn fort.

Ein Ehepaar aus dem Westerwald überlebt das Schiffsunglück und möchte einfach nur nach Hause. Doch weil ihre Papiere noch in der gesunkenen „Costa Concordia“ liegen, lässt sie die Deutsche Bahn eiskalt am Bahnhof stehen.
Ohne Papiere standen sie am Bahnhof des Frankfurter Flughafens, nur in Hausschuhen und vollkommen übernächtigt. Marianne und Erwin Bleser aus dem Westerwald waren gerade von der havarierten Costa Concordia gerettet worden und wollten einfach nur nach Hause. Doch da hatten sie die Rechnung ohne die Deutsche Bahn gemacht. Eine Fahrt ohne Fahrschein und Geld? Fehlanzeige!

„Eine solche Arroganz habe ich noch nie erlebt“, erzählte Marianne Bleser der Rhein-Zeitung. Ein Reisebus brachte die beiden aus dem italienischen Savona an den Fernbahnhof des Frankfurter Flughafens. Doch ins 110 Kilometer entfernte Langenhahn im Westerwald sollten sie so schnell nicht kommen. Denn die Deutsche Bahn verweigerte ihnen die Mitfahrt. Schließlich hatten die Blesers ihre Wertsachen auf dem Schiff zurücklassen müssen – und mit ihnen auch das vorab gebuchte Bahnticket.

Auch Geld für eine neue Fahrkarte hatten sie nicht dabei. Nachdem sich das Schiff an der italienischen Insel Giglio den Rumpf an einem Felsen aufgeschlitzt hatte und zu sinken drohte, wollte Familie Bleser nur noch weg. An Wertsachen, Handy und Geld dachte in dem Moment verständlicherweise niemand.

Das Zugpersonal am Frankfurter Bahnhof ließ eine solche Erklärung allerdings nicht zu. Sowohl Bahnmitarbeiter als auch Zugschaffner blieben stur und warnten das Ehepaar, den Zug ohne gültige Fahrkarte zu betreten. „Wir waren so fertig, wir wussten nicht, was wir tun sollten“, sagte Bleser der Rhein-Zeitung. Ihnen fehlte die Kraft zu diskutieren, also gaben sie klein bei und riefen den Sohn an, der sie abholte.

Nun bemüht sich die Bahn um Schadensbegrezung, denn es könnten noch weitere deutsche Passagiere der „Costa Concordia“ an den Bahnhöfen ohne Ticket stehen und auch keine Chance haben nach hause zu kommen.
Vielleicht sollte die Bahn in Zukunft generell nur noch Zugpersonal befördern und keine Passagiere mehr, dann kann soetwas, oder ähnliches, wie Kinder aus den Zug werfen, nicht mehr vorkommen und die Bahn gerät auch nicht mehr in die Schlagzeilen.

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