Syrische Regimegegner sind am Freitag gewaltsam in die Botschaft ihres Heimatlandes in Berlin eingedrungen und haben dort Teile der Einrichtung demoliert. Außenminister Guido Westerwelle (FDP) hat die Stürmung der syrischen Botschaft in Berlin scharf kritisiert.
In der Botschaft zerstörten die 30 Eindringlinge in verschiedenen Büros Teile des Mobiliars und Bilder des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad. Aus einem Fenster hängten sie eine Fahne des syrischen Widerstands. Auf die Fassade der Botschaft sprühten sie auf Englisch und Arabisch politische Parolen, darunter „Revolution and Freedom“.
Die Berliner Polizei nahm die Randalierer fest, die keinen Widerstand leisteten.
Es seien ausschließlich Syrer oder Menschen syrischer Abstammung gewesen, hieß es. Nach Aufnahme ihrer Personalien kamen die Eindringlinge, darunter drei Frauen, wieder frei.
Der Außenminister kritisierte die Aktion. Übergriffe auf Botschaften und Konsulate seinen „nicht hinnehmbar“ und würden mit aller Konsequenz verfolgt, erklärte Guido Westerwelle.
Der Nahost-Beauftragte des Auswärtigen Amtes, Botschafter Boris Ruge, habe mit dem syrischen Botschafter telefoniert und sein Bedauern über den Vorgang zum Ausdruck gebracht.
Ähnliche Aktionen von Oppositionellen gab es am Wochenende an syrischen Botschaftsgebäuden in Hamburg, Wien und Genf. Ziel sollte ein möglichst öffentlichkeitswirksamer Protest gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad sein.