Ausziehen, um sich anzuziehen: Mit einer reißerischen Werbeaktion hat ein spanisches Modelabel in Sevilla auf sich aufmerksam gemacht: Es versprach den ersten hundert Kunden, die sich nur in Unterwäsche im Laden präsentieren, ein komplett neues Outfit. Der Zulauf war gewaltig.

Echte Fashion-Victims sind eben zu allem bereit: In der andalusischen Stadt Sevilla hat eine Werbeaktion des spanischen Modelabels Desigual für Aufruhr gesorgt: Im Internet hatten die Marketing-Experten zum Nackt-Shoppen aufgerufen: Die ersten 100 Kunden, die am 7. Januar nur in Unterwäsche die Filiale in Sevilla beträten, dürften sich gratis komplett neu einkleiden, so das Versprechen.

„Komm halbnackt rein, geh angezogen wieder raus“ hieß das Motto, dem Hunderte überwiegend junge Leute folgten. Einige Kundinnen hatten schon nachts Stellung vor dem Geschäft bezogen und sich bei gerade mal 8 Grad Celsius ordentlich verkühlt.

Ob tätowierte Fitnesstrainer oder pummelige Teenager in zu engen BHs – lachend, zitternd, tanzend und singend harrte die Meute vor dem Konsumtempel aus. Bis endlich die Türen aufflogen, und alle wie auf Kommando losrannten.

Gelohnt hat es sich offenbar für die meisten. Sie ergatterten viel Beute für ein wenig Bibbern. Bereits eine Woche davor hatten sich textilfreie Shopper für ein ähnliches Event in der Hauptsstadt Madrid versammelt. Am 11. Januar ging es weiter im französischen Lyon, am 26. Januar wurde die Aktion in San Francisco wiederholt.

Ob das kollektive Nacktsein bei den Stadtvätern für Begeisterung sorgte, darf bezweifelt werden. Die autonome Regierung von Andalusien hatte unlängst eine Kampagne ins Leben gerufen, die das Geschäftsgebaren der etwa 550 Geschäfte in der Region kontrollieren soll. Dabei soll unter anderem überprüft werden, ob Preisinformation und Etikettierung stimmen, Verbraucherrechte geachtet werden und auch reduzierte Ware von guter Qualität ist. Kriterien, die den Nackten vermutlich erst einmal egal waren.