Kurioses aus aller Welt

Posted on März 25, 2012 von

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Es klingt wie ein Monty-Python-Sketch: Ein Engländer beschallt das Haus seines deutschen Nachbarn mit patriotischen Songs und Churchill-Reden, ärgert ihn mit Hitler-Parodien. Jahrelang. Jetzt ist der Mann wegen rassistischer Belästigung verurteilt worden.

Upnor ist ein beschaulicher Ort in der englischen Grafschaft Kent, die Sackgasse Margetts Place eine der ruhigsten Adressen. Vor fünf Jahren zogen der Deutsche Reinhard Wendt und seine englische Frau Kathryn Wendt in ein Reihenhaus in der roten Backsteinsiedlung direkt am Wald.

Nach einigen Monaten war es mit der Ruhe jedoch vorbei. Im August 2007 hörten sie die Melodie zum ersten Mal. Sie kam aus dem offenen Autofenster ihres englischen Nachbarn, der gerade vorfuhr. Kathryn erkannte sofort die Titelmusik der populären britischen Siebziger-Jahre-Sitcom „Dad’s Army“, die im Zweiten Weltkrieg spielt und die Deutschen auf die Schippe nimmt.

„Wenn er mit dem Auto nach Hause gekommen ist, hat er immer sein Fenster runtergekurbelt, damit wir die Musik hörten“, erzählt Reinhard Wendt. Es war nicht nur „Dad’s Army“. Das Repertoire umfasste auch die Titelmusik von „The Dam Busters“, einem Nachkriegsfilm über den Angriff der Royal Air Force auf deutsche Staudämme, das Weltkriegslied „The White Cliffs of Dover“ sowie den Klassiker „Rule Britannia“.

Nach einigen Monaten war es mit der Ruhe jedoch vorbei. Im August 2007 hörten sie die Melodie zum ersten Mal. Sie kam aus dem offenen Autofenster ihres englischen Nachbarn, der gerade vorfuhr. Kathryn erkannte sofort die Titelmusik der populären britischen Siebziger-Jahre-Sitcom „Dad’s Army“, die im Zweiten Weltkrieg spielt und die Deutschen auf die Schippe nimmt.

„Wenn er mit dem Auto nach Hause gekommen ist, hat er immer sein Fenster runtergekurbelt, damit wir die Musik hörten“, erzählt Reinhard Wendt. Es war nicht nur „Dad’s Army“. Das Repertoire umfasste auch die Titelmusik von „The Dam Busters“, einem Nachkriegsfilm über den Angriff der Royal Air Force auf deutsche Staudämme, das Weltkriegslied „The White Cliffs of Dover“ sowie den Klassiker „Rule Britannia“.

Die entscheidende Eskalation geschah fünf Tage später. Als die Wendts nach Hause kamen, sahen sie Butler durchs Fenster in seiner Küche: Sobald er sie erblickte, riss er einen Arm zum Hitlergruß hoch und legte einen Finger des anderen Arms quer unter die Nase. Daraufhin wurde er festgenommen – wegen „rassistisch motivierter Belästigung“.

Im Gerichtsverfahren, das im Januar begann, schilderten die Wendts in allen Details, was ihnen widerfahren war. Kathryn sagte, sie habe sich nicht mehr in den Garten getraut. Reinhard sprach von Folter. Butler stritt ab, die Nachbarn rassistisch beleidigt zu haben. Er könne nichts Illegales daran erkennen, die „White Cliffs of Dover“ zu spielen. Er stamme eben aus einer Royal-Air-Force-Familie.

Für die britischen Zeitungen war der Prozess ein gefundenes Fressen. Vom lokalen „Medway Messenger“ bis zur „Sun“ wurde über die deutsch-britische Fehde berichtet.

Das Gericht gab den Wendts diese Woche recht. Ihre Darstellung sei überzeugend, urteilte der Richter. Butler hingegen habe sich durch ausweichende Aussagen unglaubwürdig gemacht. Der Brite wurde zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Obendrein wurde ihm untersagt, einen Fotoapparat in Richtung Nachbarhaus zu richten, laute Musik oder Tonbandaufnahmen abzuspielen und Bemerkungen über „die deutsche Rasse“ zu machen.

Doch zu Ende ist der Krieg damit noch nicht: Butler hat angekündigt, in Berufung zu gehen.

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