Mörder von Sivas freigesprochen

Posted on März 30, 2012 von

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In der Stadt Sivas fand 1993 ein alevitisches Kulturfestival statt. Grund für die Brandstiftung von Sivas war die Anwesenheit vom Schriftsteller Aziz Nesin. Er übersetzte die satanischen Verse von Salman Rushdie und bezeichnete das türkische Volk als zu dumm, um für die Demokratie einzutreten. Ähnliche Aussagen hört man in Deutschland von gewissen Leuten auch, wenn sie über den „deutschen Michel“ reden. Besagter Nezin wurde bereits 1949 von der Queen und vom Schah aus Persien wegen Majestätsbeleidigung verklagt.

Während des Festivals versammelten sich Menschen nach dem Freitagsgebet vor dem Hotel und zündeten das Hotel an, in dem das Festival stattfand. Die Brandstiftung war live im Fernsehen zu sehen, Militär und Feuerwehr schauten zu und griffen erst ein, als das Hotel niedergebrannt war. Mehrere Personen, darunter Azin, konnten über das Dach fliehen. Andere Personen, die aus dem Erdgeschoss flohen, wurden daran gehindert und attackiert. Der Bürgermeister von Sivas stachelte laut Augenzeugen den Mob vor dem Hotel an. ER gehörte damals zur gleichen Partei wie Erdogan und Gül, Islamische Wohlfahrtspartei. Der Hauptverantwortliche von Sivas konnte bis zu seinem Tod unbehelligt in seiner Heimatstadt leben.

Die Bundesregierung gab im November 2011 bekannt, dass ihr neun Tatbeteiligte bekannt sind, „die in der Türkei wegen des Sivas-Massakers bereits verurteilt worden sind, sich diesem Urteil aber durch Flucht entzogen haben„. Acht von ihnen sind als Flüchtlinge im Sinne der Genfer Konventionen anerkannt. Einer der Hauptverantwortlichen hält sich in Mannheim auf.

Doch nun gab es in der Türkei ein niederträchtiges Urteil, worüber in Deutschland leider kaum berichtet wurde, obwohl Erdogan kurz nach dem Urteil nach Deutschland kommen wollte. Nur einige Parteien und alevitischen Seiten berichteten darüber.

Nach einem 19 Jahre dauernden Strafverfahren stellte die türkische Justiz ein Verfahren ein, in dem es um ein Massaker mit 35 ermordete Aleviten in der türkischen Stadt Sivas ging. Die Begründung für die Einstellung lautet Verjährung, also können Morde anscheinend verjähren. Die Angeklagten wurden von Strafverteidigern vertreten, die zur AKP gehören und für sie Abgeordnete, Stadträte, Kreisvorsitzende, Minister und Bürgermeister sind. Erdogan selbst kommentierte die Entscheidung mit den Worten: „Das ist ein segenreiches Ergebnis für unser Land.“

Nach der Einstellung kam es zu Übergriffen seitens der Polizei gegen friedliche Demonstranten. Bei den Übergriffen wurden auch die Vorsitzenden der Alevitischen Gemeinde Deutschland und der Alevitischen Union Europa verletzt.

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