Der Journalist und Radiosprecher Sergej Aslanjan erklärte in einem Interview, ein Unbekannter habe ihn Montagabend angerufen und um ein Treffen gebeten. Im Treppenhaus sei er dann von einem Mann überfallen worden, „der aussah wie ein Tatar“. Er habe auf ihn eingestochen und geschrien: „Du bist ein Feind Allahs!“

Mit 15 Messerstichen wurde Aslanjan in ein Moskauer Krankenhaus eingeliefert; Gefahr für sein Leben besteht nicht. Er hält den Täter für einen „religiösen Fanatiker“, der sich für seine „freizügigen Äußerungen“ über Mohammed rächen wollte.

Tatsächlich hatte Aslanjan am 14. Mai in einer Radiosendung den Propheten u.a. als „Geschäftsmann“ bezeichnet, der „nach oben kommen wollte“. Dafür habe er „die Bibel umgeschrieben“, und dieses „Business-Projekt“ sei dann so erfolgreich geworden, „dass die Menschen es bis heute spielen“.

Besonders beleidigend müssen seine Worte gewirkt haben, Allah hätte „sehr ernste sexuelle Probleme gehabt“, weil er seine Anhänger mit der Vielehe angelockt habe.

Die muslimische Öffentlichkeit reagierte prompt: Aslanjan sei „islamophob“ und wolle die Moslems „provozieren“. Der Imam einer Moschee in Kasan hatte die Äußerungen als „religiöse Hetze“ angeprangert und Beschwerde bei der Generalstaatsanwaltschaft erhoben.

Der Imam der Moskauer Hauptmoschee bezeichnet den Überfall auf den Journalisten als „Strafe Gottes“ für dessen freche Ausfälle gegen den Propheten.