Spanien hat angekündigt, Milliardenhilfen für seine Banken aus dem Euro-Rettungsfonds zu beantragen. Wirtschaftsminister Luis de Guindos sagte, sein Land werde um „eine finanzielle Unterstützung Europas“ für die Rettung seiner Banken bitten.

Das Land steckt in einer dreifachen Krise: wirtschaftlich, sozial und moralisch.“ Eine Situation, in der man eine professionelle Führung braucht. Also genau das, was Spanien zurzeit am meisten fehlt, abgesehen von den Euro-Milliarden, die offenkundig überforderte Bank- und Sparkassenmanager zusammen mit unfähigen und zum Teil korrupten Regional- und Lokalpolitikern buchstäblich verspielt haben. Die aus der Fusion regionaler Sparkassen entstandene und nun selbst vom Bankrott bedrohte Bankia ist ein Paradebeispiel für das Chaos im spanischen Finanzsystem, das Europas Börsen und die Regierungen der Euro-Länder in Angst versetzt.

Dexia hat auch schon nachgefordert:
Die angeschlagene französisch-belgische Bank Dexia benötigt nach Einschätzung ihres Chefs Garantien in Höhe von 90 Milliarden Euro. Dexia wolle die EU-Kommission darum bitten, dieses Volumen zu bewilligen.

Doch der Spass ist noch lange nicht zu Ende, zwar werden die Forderungen geringer, aber das Ende immer dicker und absehbarer:

Jetzt muß auch noch Zypern unter den Euro-Rettungsschirm!

Die Wirtschaft im Euro-Mitgliedsland Zypern ist im ersten Quartal noch deutlicher geschrumpft als erwartet. Das dürfte die Spekulationen befeuern, dass das Land noch in diesem Monat unter den Euro-Rettungsschirm schlüpft – bevor es im Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt.
Von Anfang Januar bis Ende März schrumpfte die zyprische Wirtschaft um 0,4 Prozent. Erwartet worden war ein Rückgang von 0,3 Prozent. Es war das dritte Minus-Quartal in Folge. Auf Jahresbasis beträgt der Rückgang 1,6 Prozent – und Aussicht auf Besserung ist nicht in Sicht. Erst am Donnerstag hatte die zyprische Notenbank erklärt, die Wirtschaft werde 2012 um 1,1 Prozent schrumpfen. Zuvor war sie von einem Null-Wachstum ausgegangen.

Auf Zypern lasten neben der europaweiten Schuldenkrise vor allem Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen und ihre Auswirkungen auf das heimische Bankensystem. Zudem leidet der Inselstaat unter einer Energiekrise, weil das größte Kraftwerk des Landes bei einer Explosion zerstört wurde.

Es gibt seit längerem Spekulationen, dass Zypern noch im Juni unter den Euro-Rettungsschirm schlüpfen könnte. Das dürfte vor allem am Rekapitalisierungsbedarf der Bank Cyprus Popular liegen. Schätzungen zufolge benötigt das Geldhaus 1,8 Milliarden Euro, um bis zum 30. Juni die Kapitalanforderungen zu erfüllen. Das sind rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

Das Ende ist nahe: Laut Christine Lagarde drängt die Zeit, sonst gerät die Euro-Zone in akute Gefahr. Die IWF-Chefin gibt den Rettern keine drei Monate mehr. „Dr. Doom“ Nouriel Roubini warnt derweil eindringlich vor einem Stopp der Griechenland-Hilfen.

„Und es mag am deutschen Wesen Einmal noch die Welt genesen.“
Dieses Zitat stammt aus Emanuel Geibels Gedicht „Deutschlands Beruf
Irgendwie passend, meint Ihr nicht auch?