„All dies ist Sünde“: Mit Spitzhacken und Kalaschnikows ziehen Islamisten durch Timbuktu und zerstören ein bedeutsames Grabmal nach dem anderen. Die Mausoleen der Stadt im Norden Malis zählen zum Weltkulturerbe. Die Staatengemeinschaft ist empört – und wird von den Radikalen noch verspottet.

Die Täter gehören zur islamistischen Rebellengruppe Ansar Dine. Sie sehen in der Verehrung von Heiligen und ihren Grabmälern durch die örtliche vom Sufismus geprägte Bevölkerung einen Verstoß gegen den Islam. Der verbiete es Gläubigen, Götter neben Allah zu verehren. Den Sufismus – eine besondere Strömung des Islam – lehnen die Glaubenskrieger vehement ab. Nach Angaben von Augenzeugen haben sie bisher mindestens vier Mausoleen eingerissen.

Innerhalb weniger Stunden sind bereits am Samstag die Grabstätten der Heiligen Sidi Mahmud, Sidi Moctar und Alpha Moya dem Fanatismus der Islamisten zum Opfer gefallen. Am Sonntag seien dann – so ein örtlicher Journalist – rund 30 mit Kalaschnikows und Spitzhacke bewaffnete Militante auf einen Friedhof nahe der berühmten Djingareyber-Moschee im Süden von Timbuktu gezogen. Sie hätten erst das Mausoleum von Scheich al-Kebir eingerissen und wollten dann gegen drei weitere Grabmäler vorgehen.

Ihr Sprecher Sanda Ould Boumana sagte der Nachrichtenagentur AFP, die Gruppe wolle „ohne Ausnahme jedes Mausoleum in der Stadt zerstören“. Der Islamist führte weiter aus: „Gott ist einzig. All dies ist Sünde. Wir sind alle Muslime.

Die UNESCO hat allerdings bereits mit all ihrer zur Verfügung stehenden Macht auf dieses unbeschreibliche Verbrechen reagiert: „Die Unesco-Vertreter legten am Sonntag eine Schweigeminute ein.“
Das wird diese Islamisten aber mächtig beeindruckt haben.