Guten Morgen, all ihr Armen auf der Teutonia und andere Harlem-Shaker im glücklichsten Land der Erde.
Was da für ein Zerrtanz über die richtige Wortwahl des Armutsberichts der Bundesregierung aufgeführt wird, das dürfte sogar die Vorfahren von Philip Rösler vom Ho-Chi-Minh-Pfad abbringen.
Dass das oberste Zehntel an die 60 Prozent der BRD in Beschlag genommen hat, das ist nicht neu. Und der Einstieg für einen gesunden Wettbewerb, davon noch mehr zu bekommen.
Immerhin hat diese Wettbewerbsthese auch bei den Eidgenossen Nachahmer gefunden. Erst jüngst, vor der Volksabstimmung in der Schweiz, wohlgemerkt, entdeckte beim Blick in seinen Medikamentenschrank der scheidende Novartis-Boss Daniel Vasella die soziale Ungleichheit als Motivation für die gesamte Gesellschaft. Man merkt, der hat seinen Marx gelesen, auch wenn der anscheinend etwas mit Milton Friedman verdünnt wurde.

Solche wettbewerbsfördernden Maßnahmen lassen sich auch noch an anderen Zahlen festmachen. Ende der 1980er Jahre erhielten die Dax-Vorstände im Schnitt 500 000 D-Mark, und im letzten Jahr waren es 6 Millionen Euro. Der oberste Volkswagen-Fahrer Martin Winterkorn hatte im letzten Jahr ein Salär erhalten, für das ein durchschnittlicher VW-Beschäftigter 300 Jahre arbeiten müsste. Na, das ist doch mal was! In 300 Jahren sprechen wir uns wieder – im Kommunismus!
Deshalb verspreche ich hier hoch und heilig: In 3600 Monaten, sollte Philipp Rösler noch immer kein Landarzt in der Lüneburger Heide sein, wird der aktuelle Reichtumsbericht von uns beiden vorgelegt. Sollte einer von uns beiden verhindert sein, dann wird Frau Quandt diese dankbare Aufgabe im passenden Dirndl übernehmen…