Die EU is Pleite, Brüssel alleine hat  217 Milliarden Euro Schulden. Darum ist auch kein Geld für die Hochwasseropfer da.
Doch was tut man nicht alles für die Sicherung der eigenen Pfründe? Seine Seele an den Teufel verkaufen? Nungut, sollte der Teufel nicht grade greifbar sein, so biedert man sich eben Monsanto an.

Die EU-Kommission will eine umstrittene genmanipulierte Mais-Sorte für den Import in die EU zulassen. Doch SmartStax, so der Name der Pflanze, wurde nie einer korrekten Risiko-Untersuchung unterzogen.

Der gentechnisch veränderte Mais SmartStax der Firmen Monsanto und Dow AgroSciences produziert sechs verschiedene InsektengifteIn der Natur finden sich keine entsprechenden Varianten des Gifts.

Bislang gelangte dieser SmartStax Mais illegal in die EU. Doch anstatt die illegalen Importe zu stoppen, will die Kommission jetzt offensichtlich die Flucht nach vorn antreten und den Mais legalisieren.

„Das ist ein gravierender Verstoß gegen die Interessen der Verbraucher. EU-Kommissar Tonio Borg sollte sich Gedanken darüber machen, vor welchen Karren er sich da spannen lässt“, so Christop Then von der Gentechnik-kritischen Organisation TestBiotech.

Bundes-Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner hat sich in Brüssel bei der Abstimmung über die Zulassung des Gentechnik-Mais enthalten. Angeblich will sie damit die Zulassung von Gentechnik-Pflanzen bremsen. Tatsächlich kommt dies im Zuge des Gesetzgebungsprozesses in der EU aber einer Ja-Stimme gleich. Da die gestrige Abstimmung nämlich kein Ergebnis brachte, kommt es in etwa einem Monat erneut zu einem Votum. Wenn sich neuerlich keine qualifizierte Mehrheit ergibt, dann darf die Kommission selbständig entscheiden. Und die wird sich kaum gegen ihren eigenen Vorschlag richten, wonach SmartStax zugelassen werden soll.

„Mir ist kein Fall bekannt, bei dem die Kommission die Zulassung einer genveränderten Sorte verhindert hätte“, so Testbiotech-Geschäftsführer Then. Derzeit sind mehr als 50 genmanipulierte Pflanzen zum Import in die EU zugelassen.

Was wir erleben ist also alles andere als eine Änderung der Firmenpolitik von Monsanto. Den Kampf um die öffentliche Meinung in den europäischen Ländern hat das Unternehmen vielleicht verloren. Der Kampf um die Zulassung gentechnisch veränderter Lebensmittel geht jedoch weiter – und verlagert sich zusehends in bürokratische Hinterzimmer.