Der Zustrom von Fachkräften reißt nicht ab, nein er nimmt stetig zu. Warum? Das wissen selbst die deutschen Behörden nicht, sind ratlos, aber glücklich.
Am Anfang war ein Gerücht. Die Menschen im russischen Nordkaukasus begannen, sich davon zu erzählen: Im fernen Berlin habe die Regierung die Pforten der sagenhaft wohlhabenden Bundesrepublik Deutschland weit geöffnet – und zwar vor allem für Flüchtlinge aus Tschetschenien, einer Teilrepublik Russlands. Von einem „Korridor“ für 40.000 Tschetschenen war die Rede.
Journalisten einer Zeitung, die der tschetschenischen Regierung gehört, riefen bei der deutschen Botschaft in Moskau an. Die Vertretung verneinte den angeblichen Korridor nach Deutschland. Aber in Tschetschenien ist ein Gerücht manchmal stärker als das Wort eines Diplomaten – und erst recht als das eines Regierungsjournalisten.
Die Folgen sind nun in der deutschen Asylstatistik zu sehen. Seit Monaten registrieren die Bundesbehörden einen sprunghaften Anstieg von Antragstellern aus Russland. 9957 waren es nach Angaben des Bundesinnenministeriums allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres. Im gesamten Vorjahr waren es dagegen gerade einmal 3202 russische Flüchtlinge gewesen. Zum Vergleich: Aus dem Bürgerkriegsland Syrien kamen im ersten Halbjahr 4517 Asylsuchende nach Deutschland.
Nach eigenen Angaben erfassen die deutschen Behörden die ethnische Zugehörigkeit von Asylbewerbern nicht. Informationen geben sie dazu nur ungern heraus. Man wisse ja nicht, ob die Angaben der Flüchtlinge überhaupt stimmten. Hinter vorgehaltener Hand bestätigen sie dann doch: Die überwiegende Mehrheit der russischen Asylsuchenden stamme aus Tschetschenien.
Warum die Tschetschenen verstärkt kommen? Die Bundesbehörden geben an, es nicht zu wissen. Es sei aber nicht auszuschließen, dass die seit 2012 zu zahlenden erhöhten Leistungen zu den steigenden russischen Asylbewerber-Zahlen beigetragen haben, heißt es aus Regierungskreisen. Im Juli vergangenen Jahres hatte das Bundesverfassungsgericht geurteilt, dass die staatlichen Leistungen für Asylbewerber ungefähr auf das Niveau von Sozialhilfe und Hartz IV erhöht werden müssen. Ein Grund, der freilich für Flüchtlinge aus allen Ländern gilt.
Swetlana Gannuschkina, Flüchtlingsexpertin der russischen Menschenrechtsorganisation Memorial, weiß es genauer. Mitarbeiter hatten Gannuschkina im April zum ersten Mal von dem Gerücht in Tschetschenien berichtet: „Da war die Rede von 4000 Euro, die Deutschland jedem tschetschenischen Flüchtling geben wolle, und etwas Land.“
Gannuschkina erzählt von Dörfern, in denen sich die Bewohner ganzer Straßenzüge geschlossen in den Bus nach Westen setzten. Wie sich zeigt, fand das Gerücht fruchtbaren Boden.
Dabei habe noch kein einziger Tschetschene etwas gesehen von den angeblichen „Beihilfen, Wohnungen und Autos“, die in Deutschland nur darauf warteten, dass Flüchtlinge sie abholen würden.
Genutzt hat dies nichts. Hunderte sind dennoch gefahren, und Hunderte werden ihnen folgen – bis das Gerücht irgendwann an Kraft verliert.
Ja, die BRD leidet an „Fachkräftemangel“, jeder ist willkommen und kein Mensch ist in der BRD illegal, bis auf Snowden. Also immer herein, bis der Kahn dank Überfüllung sinkt.
Juli 19, 2013 at 2:42 pm
„Asyl?“ Na, so. Ist Russland (u.a) in ein Paar Monaten SO schlecht geworden, daß sofort, jede einen „Asylant“ will, oder muß sein?
Ist Stalin, mit Hundertschaft von NKVD Männer zurück, die jedem Dorf in Flammen setzen?
Sind die Gulags wieder modisch?
Nein?
Aber Hartz Iv… na… aber dann, die Regierung könnnten NIE 2 und 2 zusammen zählen.