Mit Altersarmut müssen sich Beamte wohl auch in Zukunft nicht rumschlagen: Zum zweiten Mal in diesem Jahr werden mit Stichtag 1. August die Pensionen um 1,2 Prozent angehoben. Die Erhöhung fällt damit zehnmal so stark aus wie für Rentner.

Auch auf Langzeitsicht schneiden Angestellte im öffentlichen Dienst wesentlich besser ab, als Bezieher der gesetzlichen Rente. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden vom April 2013 stiegen die Pensionen der Staatsdiener zwischen 2002 und 2012 bei Bundesbeamten im Schnitt von 2070 auf 2340 Euro gestiegen, was einem Plus von 13 Prozent entspricht. Die Durchschnittspension der Landesbeamten stieg demnach um 14,70 Prozent, die der Kommunalbeamten sogar um knapp 15 Prozent. Bei den Nicht-Beamten erhöhten sich die Renten im gleichen Zeitraum dagegen nur um 8,5 Prozent im Westen und 9,7 Prozent im Osten.

Na das gibt doch Hoffnung, dass in der BRD, spätestens wenn die Altersarmut zuschlägt, nicht jeder auf dem Boden einer unmöblierten Wohnung hockt oder schläft.
Nun stellen sich manche die Frage, warum denn Rentner in Altersarmut keine Möbel haben.
Diese Frage ist wirklich angebracht, kann aber mit dem neuesten Streich des Arbeitsministeriums und seiner Spießgesellen in gewissen Ämtern beantwortet werden.

Vegetarier werden und kein Fleisch mehr essen, weniger heizen und im Winter frieren oder Möbelstücke verkaufen und auf dem Boden sitzen? Das sind in etwa die Spartipps für aufstockende Rentner und Hartz IV Betroffene, die die Jobcenter mithilfe einer neuen Broschüren publizieren.

So schildert der Jobcenter-Ratgeber, wie beispielsweise eine fiktive Familie namens Fischer, Hartz IV-Leistungen beantragt. Illustere Bilder begleiten den Text. In der Geschichte bemerkt die Familie, dass nach dem Ende des Arbeitslosengeldes Eins, bei Hartz IV noch mehr gespart werden muss, weil die Regelleistungen kaum den regulären Bedarf decken können. Doch das kann – laut Broschüre total happy sein: „Erster Beschluss des Familienrats: eine Woche auf Fleisch zu verzichten.“ Die Tochter sagt dann in voller Begeisterung: „Ich will sowieso Vegetarier werden.“

Im weiteren Verlauf der „Geschichte“ verkauft die Familie Möbel im Internet. Hierfür bekommt sie 350 Euro. Diesen Betrag darf sie behalten, denn der Verkaufserlös von Möbeln oder anderen Haushaltsgegenständen wird bei Hartz IV nicht angerechnet. Im quasi die leeren Räume wieder neu zu bestücken, könnten Betroffene danach in ein Sozialkaufhaus gehen. Dort würden „Menschen mit wenig Geld gut erhaltene Gegenstände erwerben“, so ein weiterer Tipp.

Selbst fürs Wasser reicht das Geld nicht mehr. Mutter Silvia bekommt in der Geschichte den Tipp, statt Mineralwasser lieber Leitungswasser zu trinken. Zwar schmecke es nicht so gut, aber daran „müsst ihr euch nur gewöhnen“. Schließlich lasse sich auch hier Geld sparen.

In einem weiteren Kapitel können die Leser weitere Hinweise erhalten. So empfiehlt die Behörde, die Raumtemperatur nie über 20 Grad steigen zu lassen. In der Nacht könne die Temperatur aber ruhig um 5 Grad weiter absinken. Um Wasser beim Spülen zu sparen, könnten Betroffene auch Steine in den Spülkasten legen. So lassen sich mehrere Liter sparen. Statt einem angenehmen Vollbad, sollte die Familie nunmehr nur noch duschen.

Betroffene sollten zudem auf Schlussverkäufe der Klamottenläden achten, da dann hohe Reduzierungen möglich seien. „Auch Ware aus der Vorjahreskollektion kann attraktiv sein“, heißt es dazu. Heinrich Alt twittert, die Behörde habe „einen tollen ALG2 Ratgeber herausgegeben“. So sei Hartz IV einfach erklärt, so Alt.

Eine ganz andere Position nimmt der Paritätische Wohlfahrtsverband ein. „Es ist absolut albern, wenn Hartz-IV-Beziehern nahe gelegt wird, ihre Möbel zu verhökern, nur noch Leitungswasser zu trinken, Vegetarier zu werden und das Gemüse am besten gleich selbst anzubauen“, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider. Katja Kipping, Co-Chefin der LINKEN schreibt mit Verweis auf den Jobcenter-Ratgeber: „Was ist nur los in diesem Land? Nicht die Reichen sollen ihre Jachten, sondern die Armen ihre Möbel verkaufen? Unglaublich!“

Tja, so rettet man ganze Völker und verschleudert Steuergelder in dubiose Banken, die Renten werden an Goldman Sachs abgetreten, neue Steuern erfunden um das Volk abzuzocken und last but not least die Konten der Sparer, samt Einlagen, den Banken zur freien Plünderung geschenkt.