Er sollte der Stolz von Benidorm werden – und mit 47 Stockwerken und 188 Metern Höhe das höchste Wohngebäude der Europäischen Union: Als das Modell des „Residencial In Tempo“ nach drei Jahren Vorplanung im Januar 2006 vorgestellt wurde, dachte in Spanien noch niemand an eine Wirtschaftskrise. Die aber schlug zu, kurz nachdem der Bau begann. Es ging nicht recht vorwärts und offenbar auch drunter und drüber, wie jetzt bekannt wurde: So vergaß der Architekt unter anderem, für den Wolkenkratzer einen ausreichenden Aufzugschacht einzuplanen.

Verursacht wurde die nun bekannt gewordene peinliche Panne letztlich durch eine Mischung aus Gier und Inkompetenz. Ursprünglich war der „In Tempo“ nur mit 20 Etagen geplant worden. Als der Auftraggeber nach mehr Mietern und Käufern verlangte, setzte der Architekt einfach 27 weitere oben drauf – nur eben, ohne an einen passenden Fahrstuhlschacht und die dafür notwendige Hebetechnik zu denken. Das fiel nun angeblich erst rund 110 Baumeter später im Januar 2012 auf, wurde aber bisher nicht öffentlich gemacht – es fällt schwer, das zu glauben.

Ob und wie schnell der größte Mangel des fehlenden Aufzugschachtes, der die weitere Vermarktung wohl nicht unerheblich behindern dürfte, gelöst werden kann, steht in den Sternen. Die naheliegende Möglichkeit dürfte ein Außenaufzug sein, was allerdings einen nicht unerheblichen Eingriff in das architektonische Konzept des Luxusbaus wäre.

Offiziell heißt es weiterhin, das Gebäude solle nun bis Dezember dieses Jahres fertiggestellt werden, der Verkauf von Wohnungen gehe weiter. Allerdings, berichtet die englische Zeitung „Daily Mail“, wohl mit deutlichen Preisabschlägen.

Klar, wenn man laufen muss….