Lehrer ignoriert Gerichtsurteil

Posted on November 26, 2013 von

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Der  Schwimmunterricht in einem sogenannten „Burkini“ ist für muslimische Mädchen zumutbar, urteilte das Bundesverwaltungsgericht im September in Leipzig. Daher hätten sie keinen Anspruch auf eine Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht. Der Koordinator des Sportunterrichts am Graf-Stauffenberg-Gymnasium, Uwe Bolz, sieht das anders. Einen Verstoß gegen das Urteil würde er sogar aus guten Gründen hinnehmen.

In dem Artikel „Muslimas in Osnabrück lehnen Burkini ab“ (Osnabrücker Zeitung vom 11.11.2013) ist die Rede davon, dass der Koordinator des Sportunterrichts an Ihrem Gymnasium, Herr Uwe Bolz, „aus guten Gründen“ einen Verstoß gegen das Urteil des Bundesverwaltungsgerichts hinnehmen würde, wonach muslimische Schülerinnen am Schwimmunterricht teilnehmen müssen. Er habe vor, Muslimas nicht zum Schwimmerunterricht zu „zwingen“.

Wir sind mehr als befremdet, dass hier von einem (vermutlich verbeamteten) Lehrer ein offener Rechtsbruch in einer Zeitung angekündigt wird. Wir erwarten, wie es sicherlich auch die deutsche Öffentlichkeit tut, dass Richtersprüche an deutschen Schulen eine entsprechende Berücksichtigung finden. Wer sich durch eine Zustimmung zur Unterrichtsbefreiung der elterlichen Ansicht anschließt, dass es Mädchen nicht zumutbar ist, am schulischen Schwimmunterricht teilzunehmen, macht sich mit jenen frauenfeindlichen Strukturen gemein, die an veralteten Rollenbildern festhalten. Ihre Aufgabe als Bildungseinrichtung ist es, das im Grundgesetz verankerte Prinzip der Gleichheit von Mann und Frau zu realisieren, und nicht, auf obskure, vermeintlich religiöse Vorstellungen Rücksicht zu nehmen – zulasten der Ihnen anvertrauten Schülerinnen. Diese Form von irregeleiteter „Toleranz“ sollte an einer Schule weder vorgelebt noch praktiziert werden. Eine Nichtteilnahme am Schwimmunterricht stigmatisiert muslimische Mädchen als „anders“.

Inzwischen hat die Schule eine offizielle Stellungnahme abgegeben und rudert zurück. In dem Schreiben verteidigt sich die Schule und sucht die Schuld bei der Zeitung: „Im Artikel der NOZ vom 12.11.2013 sind die Äußerungen von Herrn Bolz aus einem länger zurückliegenden Gespräch plakativ verkürzt und zusammenhanglos dargestellt worden.“

So bleibt auch der unterwürfige Herr Bolz in Amt und Würden und kann sich weiterhin den Anweisungen und Urteilen von Gerichten widersetzen und sein eigenes Recht gestalten.

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