Die Verfolgung der Christen durch Isis hat leider viel mit dem Islam selbst zu tun. Die Texte des Korans, die Hadithe des Propheten und die Geschichte der islamischen Eroberungen liefern Isis Argumente. So lesen wir in Sure 59:2, Mohammed habe die Juden, „die ungläubig sind“, aus ihren Wohnstätten vertrieben. Vor seinem Tod versprach er: Ich werde die Juden und Christen von der Arabischen Halbinsel vertreiben und niemanden außer Muslimen dort leben lassen. Auch die Kopfsteuer, die Isis von den Christen in Mossul kassieren wollte, ist im Koran begründet, in Sure 9:29 heißt es: „Kämpft gegen diejenigen, die nicht an Allah und den Jüngsten Tag glauben (…), bis sie in Demut Tribut entrichten.“

Zwei Wörter aus diesem Vers sind bezeichnend: Demut und Tribut. Nur wer demütig zahlt, wird als Christ den Status eines Schutzbefohlenen, eines dhimmi, erlangen.

Wenn Isis jetzt die Häuser der Christen kennzeichnet, so ist das keine Erfindung unserer Tage.

Isis verlangt jetzt also von den Christen in Mossul nichts anderes als das, was die ersten muslimischen Eroberer verlangten: Tribut und Demut.

In einem Interview beschwerte sich Nikodemos Dawuud Matta, Bischof der Syrisch-Orthodoxen in Mossul, über die Brutalität von Isis im Umgang mit Christen und sprach von einem moralischen Genozid und von ethnischer Säuberung. Viele moderate Muslime hatten da die Übergriffe von Isis schon verurteilt und erklärt, dass der Schutz der dhimmis eine islamische Pflicht sei. Doch bei dem Begriff beginnt schon das Problem. Als der arabische Moderator von Russia Today das Wort dhimmi verwendete, verlor der Bischof die Fassung und erwiderte: „Wir lehnen das Wort ab. Denn wir sind keine Sklaven.“ Dass der Bischof den vermeintlich liberalen Muslimen erst erklären musste, dass ein Christ kein Ungläubiger und kein dhimmi ist, zeigt: Isis ist nicht das einzige akute Problem des Islams.