Wer einmal eine Steuer erfunden hat, der will sie auch behalten. So soll es auch mit dem Soli sein. Er war begrenzt, doch nun soll er dauerhaft bleiben, denn ein Verzicht auf Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag hält nicht nur Merkel für unmöglich.

„Wir werden auf jeden Fall auch nach dem Auslaufen des Solidarpakts auf die Einnahmen aus dem Solidaritätszuschlag angewiesen sein“, sagte Merkel am Wochenende.
Das bisherige „Soli“-Modell läuft 2019 aus. Über die Zeit danach sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Video-Botschaft: „Wir wollen keine Steuererhöhung, aber wir können auf bestehende Einnahmen auch nicht einfach verzichten.“

Zwar solle der „Soli“ als „Soli“ offiziell enden, aber nur vom Namen her, er soll laut Vorschlag von SPD und Grünen nach 2019 einfach in die reguläre Einkommenssteuer eingegliedert werden.
Die Diskussion über die Verwendung der künftigen Einnahmen lief bereits an: Aus der SPD-Fraktion kam der Vorschlag eines „Demografie-Strukturfonds“ für wirtschaftsschwache Regionen mit sinkender Einwohnerzahl.

Eine Integration des „Soli“ in die reguläre Steuer würde also die „vom Bevölkerungsrückgang besonders betroffenen Kommunen eher bestrafen als belohnen“, sagte die demografiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Petra Crone. „Daher benötigen wir darüber hinaus einen Demografie-Strukturfonds, der die besonders vom demografischen Wandel betroffenen Regionen und Kommunen Mittel zur Verfügung stellt.“ Das Schrumpfen der Bevölkerungszahl treffe vor allem strukturschwache ländliche Regionen in Ost und West.

Andere Unionspolitiker hatten bereits vorgeschlagen, mit „Soli“-Geldern nach 2019 einen „Infrastrukturfonds“ für die Verkehrswege zu finanzieren.
Nun überlegen Finanzminister Schäuble und Verkehrsminister Dobrindt, ob man nach Einführung der PKW Maut für Autobahnen und Bundesstraßen, die KFZ Steuer nun doch nicht um die Höhe der Maut senkt, sondern diese „Entlastung der deutschen Autofahrer“ anstelle des Soli nimmt um die klammen Kassen aufzufüllen.