Von Bert Walter
Guten Tag, all ihr Freunde des Geschwätzes von Gestern und andere Anhänger geistiger Tiefflüge.
Anscheinend gilt die Unschuldsvermutung nicht mehr für alle. Oder wie ist die Weitergabe des Namens und der Daten des verdächtigen Co-Piloten an die Medien zu bewerten? Hinzu kommen Infos über seine Wohnsitze in Düsseldorf und Montabaur.
Wo sind wir eigentlich hingekommen, wenn die einfachsten Grundregeln juristischen Handelns und auch journalistischer Seriosität gleichzeitig mit der Germanwings-Maschine an dem Berg in den französischen Alpen zerschellten?
Die österreichischen Boulevardblätter waren sogar einen Zacken schärfer, und veröffentlichten das vermeintliche Bild des Co-Piloten, doch tatsächlich soll auf dem Foto eine ganz andere Person zu sehen gewesen sein.
Es wird immer widerwärtiger, die Berichterstattung über das Flugzeugunglück zu verfolgen. Erst wird zwei Tage spekuliert, gepaart mit einem intellektuellen Dünnschiss auf Klippschulniveau. Selbsternannte und vermeintliche Experten taten so, als ob sie mit an Bord gewesen wären…
Ebenso wundersam agieren die französischen Ermittlungsbehörden. Erst wird behauptet, die Auswertung der beiden Blackboxen werde Wochen, ja, Monate dauern. Und plötzlich, nur wenige Stunden nach dem Bergen des Voice-Recorders ist beinahe detailgenau klar, wer der Täter sein soll, so jedenfalls wird es dem staunenden Beobachter präsentiert. Hinzukommt eine Öffentlichkeits-Geilheit, die jeglicher Beschreibung spottet. In einer Pressekonferenz, vor der offiziellen Auswertung des Voice-Recorders, wird sich bedeckt gehalten. Doch kurze Zeit später sticht jemand aus dem Ermittlerteam ganz konkrete Fakten an die „New York Times“ durch, wonach einer der Piloten nicht ins Cockpit kam und deshalb gegen die Tür der Kabine getreten sei. Warum wurde das nicht gleich auf der Pressekonferenz mitgeteilt? Das hätte zu dem Zeitpunkt den Ermittlern bekannt sein müssen.
Das Ganze ist kein Ruhmesblatt für Justiz und Medien. Hier ist einiges zu Bruch gegangen, was über den Absturz des Flugzeugs lange hinaus wirken wird…
Den folgenden Kommentar hat ein Pilot auf der Seite Anonymous abgegeben. Daraufhin war seine Seite nicht mehr verfügbar..
“ Sehr geehrtes Anonymous Team…
Ich möchte mir hier, als 15 jähriger Luftfahrtmitarbeiter, den Frust von der Seele schreien…
Ich kenne den Airbus A320, A321, A333, A340, A380, A319 in und auswendig..
Ich verstehe hier nicht was die Franzosen und die Medien abziehen und bin gerade am überlegen ob es nicht notwendig wäre eine Klage gegen die Französische Nachrichtenagentur einzureichen.
Es stimmt einfach nicht das der Pilot nicht mehr in das Cockpit konnte. Der Türcode ist nicht zum anleuten.. Er ist dafür da um die Türe zum öffnen.. Sowohl Co Pilot und Pilot in Command so wie der Purser können die Türe von außen öffnen.. Die Türe geht nach innen auf.. das heißt selbst bei einer “rapid decompression“ würde die Türe nach innen aufgehen..
Jedoch kommt es bei einer schnellen Dekompression innerhalt von 8 Sekunden zur bewusstlossigkeit.. Die Funktionen der Türe stehen sogar in den Manuals.. Wie wäre es denn wenn beide rausgehen würden und dann nicht mehr in das Cockpit kämen??
Wie wäre es denn wenn die in der früh wenn sie den Flieger prüfen nicht mehr ins Cockpit kommen weil die Crew am Vortag die Türe zugemacht hatte.. Das ist schon mal ein Beweis..
Und man macht jetzt den Copiloten zum schuldigen.. Das geht so nicht.. Wissen die dummen französischen Froschschenkelfresser denn nicht was sie der Familie des Copiloten antun?
Schon allein die Audio Auswertung. Das Klopfgeräsch kann von einem Bruch in der Außenhülle oder der Cockpit scheibe kommen.. Fragen sie jeden Piloten.. Jeder wird Ihnen diese Antwort geben..
Fakt jedoch ist.. Das es bei der Lufthansa, seit dem Carsten Spohr am Ruder ist und sowohl bei der Austrian Airlines, der Status von einer 5 Sterne Airline auf ramsch Niveau fiel.. Die Maintenanceprobleme sind gigantisch.. Die Löhne werden heruntergedrückt.. Und es kommt mehr Arbeit..
Ich weiß viele die sich nicht auskennen sagen dann aber nach einen Flug haben die eh 2 Tage frei.. Dann sollten diese auch mal bedenken wie es ist wenn man 2 mal am Tag in verschiedene Zeitzonen fliegt und wie der Tag danach ist.. Man kann sich nicht mehr bewegen.
Fakt ist.. das Carsten Spohr versucht seinen Arsch und Bonus zu Retten in dem er Gewinn vorgibt durch Lohndrückung damit keiner sieht wie scheiße er gearbeitet hat..
Fakt ist das vor dem Start des Germanwingsfluges 2 Crew den Flug verweigert haben wegen Wartungs und Systemproblemen die nicht am Vortag sondern schon die Monate davor waren..
Fakt ist.. Das der französchische Luftraum der am schlechtesten geregelte ist.. Ich habe täglich mit Flugrouten zu tun.. Die Route die der Flieger geflogen ist wird mit Flightlevel vorgegeben..
Da gibt es in dieser Region und der Nordregion Richtung Frankreich immer Probleme… ICH UNTERSTELLE JETZT HIER OFFIZIEL DER FRANZÖSCHISCH AIR TRAFFIC CONTROLL das sie wie jeden Tag schwere Fehler machen ihren Luftraum nicht unter Kontrolle haben und der Crew eine Zuweisung der falschen Flight Level vorgegeben haben..
Sie können sich gerne auf http://www.pprune.org/ einem weltweiten Pilot und Maintenanceforum alles durchlesen. „
März 29, 2015 at 12:38 am
Der generelle Tenor kann nur unterstützt werden, es hat hier eine Vorverurteilung stattgefunden, die alleine auf der Auswertung des Cockpit Voice Recorders basiert. Brice Robin, der SA aus Marseille, hat als Nichtfachmann in Sachen Luftverkehr und Flugsicherheit offensichtlich eine Pressemitteilung verlesen, die er in den Grundzügen selbst nicht ganz verstanden und deshalb auch unzulässigerweise zu weitgehend interpretiert hat. Das Rechtssystem Unschuldsvermutung ist dadurch auch gröblichst vernachlässigt worden. Die Folge ist u.a. in der Dreckspresse wie z.B. BILD eine üble Diskriminierung des Co-Piloten als „Massenmörder“, die selbst nicht hinnehmbar wäre, wenn sich die Verdachtsmomente auf die Täterschaft eines psychisch kranken Menschen bestätigen sollten.
Was ist bekannt? Der Kapitän hat das Cockpit verlassen und damit hat der Co die Kontrolle über den Airbus. Das Flugzeug beginnt einen Sinkflug und der Kapitän kann das Cockpit nicht mehr betreten, weil der Co nicht reagiert, möglicherweise sogar die Tür blockiert, was aber nur notwendig ist, wenn von aussen her der Notfallcode in das Zahlenpanel eingetippt wird. Die Tür kann nicht geöffnet werden, wenn die Besatzung im Cockpit das verhindern will. Man hört den Co atmen bis zum Aufschlag, während draussen vor der Tür versucht wird, diese einzuschlagen – die Tür macht genau das, wofür sie gedacht ist…sie lässt gegen den Willen der Besatzung im Cockpit keinen rein.
Es ist möglich, vielleicht sogar wahrscheinlich, dass der Co den Sinkflug bewusst eingeleitet hat – gesichert und bewiesen ist nichts. Weitergehende Feststellungen kann man erst treffen, wenn der Flight Data Recorder ausgewertet ist, weil erst dann befundet werden kann, welche Handlungen zum Sinkflug geführt haben.
Der zitierte Blog Eintrag ist von den Fakten her falsch und in weiten Teilen geprägt von der Kritik an LH und Germanwing Führung – berechtigt oder auch nicht, das hat mit der vorschnellen Verurteilung des Co nichts zu tun.
Btw – die italienische Flugsicherung ist noch ne Steigerung 🙂 .
März 28, 2015 at 6:30 pm
Gut, ich kenne mich im Flugverkehr nicht aus!
„Guten Tag, all ihr Freunde des Geschwätzes von Gestern und andere Anhänger geistiger Tiefflüge.
Anscheinend gilt die Unschuldsvermutung nicht mehr für alle. Oder wie ist die Weitergabe des Namens und der Daten….“
Nein , die Unschuldsvermutung gibt es in der Mainstreampresse nicht mehr. Oder habt ihr schon mal einen Bericht über den NSU gelesen, wo von einer Beate Z. berichtet wurde, nein es gibt immer nur eine Beate Zschäpe..
Andere Angeklagte wie der Göttinger Skandalchirurg Aiman Obed wird immer nur mit Aiman O. tituliert
Dasselbe gilt für die zweifelhafte Person des Andreas Temme ( Andreas T.), der ja auch genug „Dreck am Stecken“ hat in der NSU-Angelegenheit!