Kurioses aus aller Welt

Posted on April 26, 2015 von

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Auf der Isla de las Muñecas fühlen Besucher sich ständig beobachtet. Nahe Mexiko-Stadt liegt der geheimnisvolle Puppenfriedhof, um den sich Legenden ranken.

Das Eiland sieht aus wie die Kulisse für einen Horrorfilm. Unzählige Augenpaare starren jeden an, der die Isla de las Muñecas betritt, die Insel der Puppen. Wie kleine Kinderleichen hängen Hunderte von Puppen an Baumstämmen aufgeknüpft. In den Wipfeln schaukeln sie an Leinen, die quer über die Insel gespannt sind. Manche sind wie Mumien in Spinnennetze eingewoben, einer Babypuppe krabbeln rote Käfer aus den Augenhöhlen heraus. Vielen fehlen Arme oder Beine, einige sehen wie Brandopfer aus: Die Sonne hat ihnen die Gesichter schwarz versengt, die Plastikhaut ist von der Hitze aufgeplatzt und wirft Blasen.

 

Wie kann man seine Insel nur freiwillig in einen Friedhof verstümmelter Plastikmumien verwandeln? Der Mexikaner Julián Santana, Spitzname Don Julián, lebte hier Jahrzehnte wie ein Einsiedler. Nur er und seine Puppen bewohnten das Eiland, das in dem von Kanälen durchzogenen Naturschutzgebiet von Xochimilco am Rand von Mexiko-Stadt liegt. Vor mehr als 60 Jahren, so die Legende, fing Don Julián an, angeschwemmte Puppen aus dem Kanal vor der Insel zu fischen und sie überall aufzuhängen. Angeblich, weil 1951 vor seiner Insel ein kleines Mädchen ertrunken war. Mit den Puppen wollte er den Geist des Mädchens besänftigen – und begründete mit der seltsamen Dekoration einen Puppenkult auf der Isla de las Muñecas.

„Don Julián hat auf der Insel Blumen und Gemüse angebaut“, erzählt der Fährmann. „Dann ist er an der gleichen Stelle wie das kleine Mädchen ins Wasser gefallen und ertrunken, weil er besoffen war.“ Als er noch lebte, habe er gerne Besucher auf der Insel empfangen und sie herumgeführt. „Geld hat er nie genommen, nur Geschenke.

 

 

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