1400 Jahre Inzest

Posted on Juni 19, 2015 von

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Nackte erzürnen die Götter

Kota Kinabalu l Als Tourist hat man es heutzutage nicht leicht. Da plant man eine Klettertour am entlegendsten Zipfel der Welt – und schwupps, muss man auch schon aufpassen, dass man nebenbei nicht zufällig die Götter erzürnt.

So geschehen im malaysischen Teil Borneos. Eine Gruppe von zehn jungen Männern und Frauen machte sich dort vor kurzem mitsamt dem Bergführer auf, den Gipfel des Mount Kinabalu zu besteigen. 4095 Meter hoch, ein Muss für jeden Rucksacktouristen – und eine heilige Stätte für die ansässige Bevölkerung. Benebelt von der tollen Aussicht und der dünnen Luft kamen die Wanderer auf eine ganz famose Idee: Die Klamotten müssen runter! Über ihnen die endlose Weite des Himmels, zu Füßen die Welt, weit und breit keine Menschenseele, die das vielleicht stören könnte. Außer vielleicht den einheimischen Bergführer. Aber was soll der schon sagen?! Schnell noch mal Pipi machen und ein paar Schnappschüsse – boah, ein echt cooles Erinnerungsfoto!

Einen störte die Aktion dann aber doch: den Berg. Nur wenige Tage nach der Aktion bebte die Erde – so stark wie seit Jahren nicht mehr. Mindestens 18 Menschen starben. Für die Anwohner liegt der Grund für die Naturkatastrophe auf der Hand: Die Nackten sind schuld. Sie haben die Geister des heiligen Berges beleidigt.

Nun macht die Polizei Jagd auf die Nackedeis. Zwei Kanadier hat sie bei der Ausreise schon aufgegriffen. Ihnen droht ein Prozess. Ein Tieropfer würde es aber auch tun. Um den Berg zu besänftigen, sollten sie ihm einfach zehn Büffel darreichen.

Da weiß man gar nicht, was beunruhigender ist – dass jemand so eine unglaubliche Behauptung aufstellt oder dass das Leben von 18 Menschen nur 10 Büffel wert ist.

 

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