In mehreren Städten in Italien haben Anwohner und rechtsextreme Gruppen gewalttätig gegen die Unterbringung von Flüchtlingen demonstriert. Was in einem Außenbezirk von Rom ruhig begann, lief aus dem Ruder: Zunächst blockierten Bewohner die Zufahrt zu einer ehemaligen Schule, die zu einem Heim für etwa hundert Migranten werden soll. Dann gerieten sie mit der Polizei aneinander und warfen Steine und Stühle.

Die Stadt erklärte, die Straßenblockade werde aufgelöst. Weiterhin bestehe der Plan, Migranten in dem Gebäude unterzubringen. „Wir machen keinen Schritt zurück“, sagte der Präfekt Franco Gabrielli.

n der Nacht zum Donnerstag kam es bereits zu Protesten in Quinto di Treviso, einer kleinen Stadt nördlich von Venedig. Auch dort sollen etwa hundert Flüchtlinge untergebracht werden. Einwohner der Ortschaft schleppten laut Medienberichten Betten, Matratzen und Fernsehgeräte aus einem der Gebäude und setzten sie in Brand. Die Teilnehmer bauten dann Zelte auf. „Wir gehen nicht nach Hause, bis sie abhauen – das ist eine Invasion“, sagte ein Teilnehmer.

Auch in italienischen Netzwerken und Foren gehen die Meinungen Richtung Grenzen zu und Abschieben aller Flüchtlinge.