Betrüger nutzen Flüchtlingskrise aus

Posted on Oktober 5, 2015 von

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Applaudierende Passanten an Hauptbahnhöfen, überfüllte Kleiderkammern und jede Menge freiwillige Helfer in Flüchtlingsheimen – die vielfältige Hilfsbereitschaft angesichts der vielen ankommenden Flüchtlinge hat in den vergangenen Wochen viele Menschen überrascht. Dass diese Stimmung aber auch ausgenutzt werden würde, war wohl nur eine Frage der Zeit. Mittlerweile beschäftigen sich auch mutmaßliche Betrüger mit dem Thema Flüchtlinge und wollen Profit daraus ziehen.

So warnte die Stadt Neuss am Donnerstag (01.10.2015) vor gefälschten Briefen. Darin werden Privatpersonen informiert, dass sie Flüchtlinge in ihrer Wohnung unterbringen müssen. Aufmerksam geworden ist die Stadt auf den Fall durch eine österreichische Internetseite, die sich um Missbrauch im Netz kümmert. Dort wurde ein angeblicher Brief veröffentlicht, der den offiziellen Briefkopf der Stadtverwaltung trägt und den Betreff hat: „Wir helfen Flüchtlingen – Beschluss zur Unterbringung“.

Darin heißt es unter anderem: „Da Sie die Problematik der Flüchtlinge wahrscheinlich kennen und wir dringend Platz brauchen, diese unterzubringen, verlangen wir von Ihnen, dass Sie zwei Flüchtlinge in Ihrer gemieteten Sozialwohnung unterbringen.“ Der Bürgermeister habe beschlossen, dass jeder Mieter einer solchen Wohnung Flüchtlinge unterbringen müsse. Die „zukünftigen Gäste“ würden Mitte des Monats zum kennenlernen vorbeigeschickt. Ab November wohne man dann auf unbegrenzte Zeit zusammen. Für Unterbringung und Verköstigung der Flüchtlinge werde der Mieterin monatlich 100 Euro pro Person überwiesen. Damit das Geld auch ankomme, solle die Frau ihre Kontodaten schicken.

Nachdem die Stadt Neuss von dem angeblichen Schreiben informiert wurde, geht sie nun an die Öffentlichkeit und teilt mit: „Die Stadt weist nachdrücklich darauf hin, dass diese Schreiben gefälscht sind und inhaltliche Aussagen über eine Zwangsaufnahme von Flüchtlingen nicht zutreffen.“ Vor allem warne man davor, die persönlichen Kontodaten anzugeben. Bei der Polizei sei zudem Strafanzeige gestellt worden. Wo und wie oft der Brief überall verschickt wurde, sei noch unklar, heißt es bei der Stadt sowie bei der Polizei.

Der angebliche Brief aus Neuss ist nicht der erste Fall. Erst Anfang der Woche erstattete die Stadt Bielefeld Strafanzeige gegen den Verfasser eines gefälschten Behördenschreibens, der Bürgern mit Zwangseinquartierungen von Flüchtlingen drohte.
Bielefeld sei kein Einzelfall, aus mehreren Kommunen sei bereits von ähnlichen Fälschungen berichtet worden.

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