Kurioses aus aller Welt

Posted on November 15, 2015 von

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Die Idee ist so unglaublich einfach und erstaunt doch über alle Maßen: Die Partei „Die PARTEI“ verkauft derzeit 100 Euro zum Preis von 80 Euro. Richtig gelesen: 100 für 80 Euro. Klingt absurd, bringt aber tatsächlich Vorteile – nicht nur für den Käufer. Hä?

„Sie mögen Geld und wollen einen preisreduzierten 100-Euro-Schein kaufen?“ – Mit diesen Worten wirbt die Satirepartei „Die PARTEI“ für das besondere Angebot. Bis Freitag sollen dabei insgesamt 100.000 Euro zum Preis von 80.000 Euro verkauft werden. Der Vorsitzende der PARTEI und Europaparlamentsabgeordnete Martin Sonneborn erklärte im Bayerischen Rundfunk, wie er auf die Idee kam: „Durch die AfD, die im letzten Jahr versucht hat, ihre Einnahmen zu verbessern und Gold verkauft hat. Wie alle kleinen, unseriösen Parteien hatte die AfD nach der Wahl ein großes finanzielles Problem. Wir bekommen im Prinzip 200.000 Euro aus der Parteienfinanzierung – müssen aber als Partei vorher Einnahmen nachweisen. Als wir gesehen haben, dass die Kollegen Gold verkaufen, haben wir gedacht: Wir nehmen etwas, das die Leute noch mehr reizt als Gold. Wir verkaufen 100 Euro-Scheine!“

Das deutsche Parteiengesetz sieht vor, dass der Staat Parteien die Wahlkampfkosten teilweise erstattet. Der Haken: Parteien kriegen vom Staat nur so viel Fördergelder, wie sie selbst eingenommen haben. Weil die PARTEI bei Wahlen erfolgreicher war als beim Eintreiben von Mitgliedsbeiträgen und Spenden,versucht sie jetzt also noch schnell, Einnahmen zu generieren. Jeder Euro, der so in die Parteikasse fließt, bringt einen weiteren Euro vom Staat. „Wir müssen bei diesem Verkauf eine Gewinnerzielungsabsicht nachweisen, das bedeutet: Der Käufer kann auf unserer Homepage einen 100 Euro-Schein für 80 Euro kaufen und wir bekommen hinterher nochmal 80 Euro aus der Parteienfinanzierung dazu. Also kriegen wir für 80 Euro insgesamt 160 Euro und haben Ausgaben von 100 Euro„, erklärt Sonneborn. Eine lohnende Rechnung. Ohne Haken für die Käufer, druckfrisch seien die Scheine und faltenfrei, versichert die PARTEI: „Wir haben ein ganz kleines Risiko. Das sind natürlich gut bezahlte Juristen in der Bundestagsverwaltung, wenn wir uns mit denen auseinanderzusetzen haben.“

Bis Freitag werden jeden Tag 20.000 Euro verkauft. Weil das Interesse das Angebot bei weitem übersteigt – nach Beginn der Aktion stürzte der Server der PARTEI bereits ab – werden die Geldkäufer abendlich ausgelost. Wer mitmachen will, muss sich registrieren und versprechen, dass er kein AfD-Mitglied war oder ist. Sonneborn dazu: „Ich glaube, die AfD ist momentan die unsympathischste Variante am Markt und deswegen haben wir uns für die AfD entschieden.“ Die PARTEI generiert also künstliche Einnahmen und führt das Parteiengesetz so ad absurdum. „Wir sind doch nicht blöd“, schreibt die PARTEI zu der Aktion – die Regeln zur Parteienfinanzierung schon.

 

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