Nicht nur Menschen berauschen sich mit Alkohol und Betäubungsmitteln. Auch Vertreter bestimmter Tierarten genehmigen sich regelmäßig Hochprozentiges oder greifen bewusst zu harten Drogen wie Opiaten. Es gebe Tiere, die kiffen, andere zechten, sagt der Karlsruher Biologe Mario Ludwig. Der Wissenschaftler hat sich auf skurrile und wenig bekannte Phänomene im Tierreich spezialisiert und dazu mehr als 20 Bücher veröffentlicht.

Eine besonders kuriose Art der Selbstberauschung betreibt die Delfinart Großer Tümmler: Er nutzt nach Angaben des Biologen Mario Ludwig ein anderes Tier als Droge – den Kugelfisch. Der enthalte eine hohe Konzentration des Nervengifts Tetrodotoxin und sondere das unter Stress ab. Nach Angaben des Wissenschaftlers wurden Große Tümmler dabei gefilmt, wie sie einen Kugelfisch malträtierten und ihn „wie einen Joint“ herumgehen ließen, um sich an seinem Gift zu berauschen. „Erstaunlicherweise machen das aber nur junge, männliche Delfine“, erklärt Ludwig.

Der Konsum von Alkohol in Form von vergorenen Beeren sei im Tierreich gang und gäbe, sagt der promovierte Forscher. Er nennt Szenen wie in Astrid Lindgrens Kinderbuch „Michel aus Lönneberga“ realistisch, wo Haustiere nach dem Verzehr von verdorbenen Kirschen betrunken über den Hof torkeln.

Ein massives Alkoholproblem attestiert der Forscher Igeln – speziell britischen. Grund seien die vielen sogenannten Bierfallen, mit denen englische Hobbygärtner ihre Blumen- und Gemüsebeete vor Nacktschnecken zu schützen versuchen. Schnecken seien die Leibspeise von Igeln und dabei machten sich die Stacheltiere auch regelmäßig über die Gefäße mit dem Bier-Mix her. Diese Sauforgien seien für die eigentlich recht wehrhaften Tiere gefährlich. Viele schliefen stinkbesoffen ihren Rausch ungeschützt in der Gartenecke aus.

Rentiere nutzen Ludwig zufolge Fliegenpilze zur Bewusstseinserweiterung und schwankten dann auch schon mal bedenklich. Auch im australischen Tasmanien sind Drogen bei manchen Tieren angesagt. So dringen laut Ludwig immer wieder Kängurus bewusst in Schlafmohnfelder ein, fressen Mohnkapseln und laufen anschließend berauscht von dem darin enthaltenen Morphin im Kreis. Jede Scheu auf der Suche nach Alkohol  verlieren Meerkatzen auf der Karibikinsel St. Kitts, wie der Experte ausführt. „Sie trinken den Touristen die Cocktails weg und liegen schon nachmittags betrunken am Strand.“