Ab heute werden Flüchtlinge aus Griechenland in die Türkei gebracht. Die türkische Bevölkerung freut sich schon riesig und organisiert erste Willkommens-Paraden.

Auch die türkischen Behörden haben sich auf die ankommende Gästeschar bestens vorbereitet: Auf einem leeren Acker wurden exakt zwei Zelte und zwei Dixie-Klos aufgestellt. :))))

In Cesme sollen zunächst im Rahmen der Rückführung von Flüchtlingen aus Griechenland Afghanen eintreffen, sagt der Bürgermeister des Ortes, Muhittin Dalgic. Dann sollten Syrer kommen. Aber die genießen Bewegungsfreiheit in der Türkei. „Wie soll das also gehen? Wie will man die hier festhalten?“, fragt Dalgic.

Niemand habe die Leute von Dikili nach ihrer Meinung gefragt, kritisiert Dikilis Bürgermeister Mustafa Torun.

Die Vorbereitungen für die Rückführungen gehen in Dikili Augenzeugenberichten zufolge nur schleppend voran. Der Standort für die geplante Flüchtlingsunterkunft ist derzeit noch ein mit Gras und Kraut bewachsenes Feld. Journalisten berichten, am Vormittag seien zwei Zelte errichtet worden. Bürgermeister Torun hat eigener Auskunft nach auf Wunsch Ankaras zwei Toilettenhäuschen aufstellen lassen.

Einen Tag zuvor waren rund 300 Demonstranten auf die Straße gegangen. Sie wollen nicht, dass ihre Stadt mit knapp 42.000 Einwohnern zum „Umschlagplatz für illegale Flüchtlinge“ wird. Sie wüssten doch gar nicht, um wen es sich bei diesen Leuten handle, klagt etwa Cezmi Karay aus Dikili: „Das sind doch nicht nur Syrer – da sind doch auch PKK-Leute dabei und andere kommen aus Zimbabwe. Wie kann ich sicher sein, dass sie keine Terroristen sind, klauen oder vergewaltigen?

Auch die Einwohnerin Nurten Ataoglu ist verärgert. Sie wolle nicht für die schmutzige Politik der Regierung geradestehen, sagt sie. „Lasst uns jeder 290 Euro zahlen und Europa kann die Migranten nehmen. Diejenigen, die es sich leisten können, sollen Flüchtlinge zuhause unterbringen“, fordert Ataoglu – und betont noch einmal: „Ich will keine. Mein Leben zuerst. Das ist mir wichtiger als das Leben anderer.

“Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle!” (Maria Böhmer)

Auch für die Türkei.