Wegen seines „Erdogan-Burgers“ mit Ziegenkäse wird ein Kölner Restaurant auf Facebook angefeindet. Nun bedrohten Hetzer die „Urban Burgery“ so sehr, dass sie vorerst schließen musste.

Angst um seine Mitarbeiter hat das erst vor wenigen Wochen eröffnete Burger-Restaurant „Urban Burgery“ in Köln. Der sogenannte Erdogan-Burger, der „natürlich mit Ziegenkäse“ daherkam, löste stark anfeindende Kommentare bei Facebook aus und zuletzt auch offensichtliche Bedrohungen. „Donnerstag bauten sich vier muskulöse, dunkel gekleidete Gestalten vor der Fensterscheibe auf, guckten 20 Minuten mit finsterer Miene in den Laden“, sagte der Geschäftsführer Jörg Tiemann, 52.

Er ist entsetzt über den Hass, die Beleidigungen und die über sie verbreiteten Lügen – entfacht wegen eines Burgers, der mit dieser Werbung daherkam:

„Saulecker, saftig und der Burner ist Erdogan, der Burger. Sein Gewicht ist mehr als jeder Döner – nur sein Geschmack, der ist noch schöner.“


Der Burger ist als Statement für die Pressefreiheit gedacht, eine Anspielung auf das satirische Böhmermann-Gedicht. Ein User, der sich wie der US-amerikanische Waffenhersteller Smith Wesson nennt, schrieb nun bei Facebook: „Ich bin dafür, dass wir denen mal einen Besuch abstatten. Wer kommt mit???“

Aus diesen drückenden Gründen sahen sich die Inhaber gezwungen, ihr Geschäft „bis auf Weiteres zu schließen“.

Diese Nachricht posteten Tiemann und sein Team am Sonntagmorgen auf ihrem Facebook-Profil. Wie lange der Burgerladen in der Kölner Roonstraße dicht bleibt, ist völlig unklar. Erst einmal sollen die Sicherheitsvorkehrungen erhöht werden, unter anderem mit der Installation einer Videokamera. Außerdem will der Geschäftsführer gleich am Montag eine Anzeige bei der Polizei erstatten wegen Bedrohung.