Natürlich ist Alexander van der Bellen Bundespräsident von Österreich, allerdings fühlt er sich zu höherem berufen. Und so verkündete er auf CNN voller Stolz:

„Bei den rechten Parteien wird mein Wahlsieg wohl einiges an Frustration auslösen. Andererseits, in den Hauptstädten der Europäischen Union, glaube ich, konnte man ein erleichtertes Seufzen vernehmen, als klar wurde, dass ich Präsident werde.“

Dem deutschen Sender gegenüber bekräftigte Van der Bellen sein Nein zu einem Bundeskanzler Heinz-Christian Strache. Er werde der FPÖ nicht den Auftrag zur Regierungsbildung geben, sagte er in einem Tagesthemen-Interview, das im Voraus im Netz veröffentlicht wurde. „Die FPÖ spielt mit dem Feuer“, sagte Van der Bellen mit Blick auf den EU-feindlichen Kurs der FPÖ. „Wir sind ein kleines, offenes Land, das auf Exporte angewiesen ist.

Daher ist es nicht im politischen oder wirtschaftlichen Interesse Österreichs, sich von der Union abzunabeln.“ Daher werde er den Freiheitlichen nicht den Auftrag zur Regierungsbildung erteilen, wenn sie nach der nächsten Nationalratswahl stärkste Kraft im Parlament werden sollten.

Angesprochen auf den Aufstieg nationalistischer Parteien in Europa meinte Van der Bellen, man solle die wachsende Popularität dieser Parteien nicht dramatisieren. Die Renationalisierung habe wohl einen Höhepunkt erreicht und werde in den nächsten Jahren auch wieder weniger werden. Er sei zudem recht optimistisch, dass man in Österreich die Ressentiments gegen Flüchtlinge überwinden werde. Die Flüchtlingssituation habe sich zuletzt beruhigt und die Tatsache, dass Österreich einen neuen Regierungschef habe, habe geholfen, Teile der Frustration abzubauen.

Seine Amtsperiode dauere zunächst sechs Jahre, und er wolle alles versuchen, das Land zu einen. „Aber Österreich ist ein Land der Diversität. Ich will keinen – das nenne ich auf deutsch so – ‚Einheits-Österreicher‘ – schaffen. Wir sind divers, bleiben divers, aber wir sollten miteinander reden und einander zuhören“.

Da kann man nur noch sagen: „Herr van der Bellen, wer über Flüchtlingsleichen geht, um bei Wahlen gegen Rechtspopulisten zu bestehen, ist selber einer!“