Berliner Bezirk benennt Kudamm um

Posted on Mai 28, 2016 von

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In satira veritas

Mit einem Paukenschlag endete die gestrige Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) des Berliner Bezirkes Charlottenburg-Wilmersdorf. Ein Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, den berühmten Kurfürstendamm in Refugees-Welcome-Allee umzubenennen, wurde nach kurzer Debatte einstimmig angenommen. Die Änderung soll zum 31. August 2016 in Kraft treten, dem Jahrestag der Einladung Angela Merkels an die Welt, nach Deutschland zu kommen.

In einer emotionalen Antragsbegründung forderte die Vertreterin der Grünen, dass in einer weltoffenen und multikulturellen Stadt wie Berlin, einem reaktionären, misogynen und undemokratischen Gewaltherrscher wie Kurfürst Joachim II. keine Straße gewidmet sein dürfe. Kurfürst Joachim habe sich zu Lebzeiten nicht vom Sklavenhandel distanziert, sei nicht für eine Gleichstellung der Geschlechter eingetreten und hätte darüberhinaus ein kulturell reaktionäres Weltbild vertreten.

Der Antrag, die zugehörige U-Bahnstation ebenfalls umzubenennen wurde hingegen vertagt, da die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) die anfallenden Kosten für neue Schilder und einen neuen Netzplan nicht übernehmen können. Als Kompromiss beschloss die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf daher, den Namen der U-Bahnstation in den Zügen bis auf weiteres nicht mehr ausrufen zu lassen.

Dass auch die CDU-Fraktion der Umbenennung zustimmen würde, war bis zuletzt offen gewesen. Ausschlaggebend, so hießt es aus informierten Kreisen, sei ein Machtwort des Landesvorsitzendes Frank Henkel gewesen. Dieser habe befürchtet, dass die CDU bei einer Nichtzustimmung in progressiven Kreisen der Stadt an Ansehen verlieren würde.

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