Jetzt, in diesen Tagen, tanzt Vule um seine Zukunft. Es bleibt ihm noch eine Woche. Am 30. Juni läuft die Duldung für die Familie Brkin aus.

Und sie muss womöglich zurück dorthin, von wo sie Anfang 2014 aufgebrochen ist, um Vukašin, der erst in Potsdam den Spitznamen Vule bekam, ein besseres Leben zu ermöglichen: nach Serbien, das seit November 2014 als sicherer Herkunftsstaat gilt. Wer von dort kommt, dessen Asylantrag wird vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge pauschal abgelehnt.

Doch Vule hat sich in die Herzen seiner neuen Nachbarn getanzt. Er ist ein Star der Breakdance-Szene geworden. Und die Tänzer, international vernetzt und politisch engagiert, feiern den Jungen nicht nur, sie kämpfen für ihn. Alexander kämpft mit einer Internetpetition an Sachsen-Anhalts Innenminister Holger Stahlknecht für ein Bleiberecht der Familie, binnen weniger Tage kamen über 33 000 Unterschriften zusammen.

Die Arme von Vater Zoran sind geschwollen, heute musste er Armiereisen schleppen. Er ist fest angestellt bei einer Firma in Babelsberg. Zoran, der nicht weiß, wo er hingehen sollte mit seiner Familie, ist einfach nur enttäuscht. „Wer sich krank stellt, darf bleiben. Ich gehe arbeiten. Der Stress macht Probleme in meinem Magen, aber wir sollen nun weg.“

Dann erzählt er von früher, vom Leben in Serbien: „Ich bin im Heim aufgewachsen, da sagten die Leute dann immer zu mir ‚Roma-Leute sind nicht gut.‘“ Er habe von Schwarzarbeit gelebt und vom Papiersammeln. Für ihn sei Serbien kein sicheres Land. „Roma-Leute werden diskriminiert.“ So habe er sich mit seiner Familie auf den Weg nach Deutschland gemacht.

So sehen die Tanzkünste des Zigeunerkindes übrigens aus:

Und natürlich gibt’s für soviel Talent zwei weitere Jahre Deutschland geschenkt, danach hat man bestimmt wieder einen neuen Grund gefunden…

„Die Familie Brkić darf in Potsdam bleiben, zumindest vorerst. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) teilte am heutigen Mittwoch mit, dass die Roma-Familie aus Serbien eine zweijährige Aufenthaltsgenehmigung erhalten wird. „Ich habe mir den Fall noch einmal sehr genau überlegt, die Entwicklung der familiären und beruflichen Situation in den letzten Monaten angesehen und bin letztlich zu dem Ergebnis gekommen: Diese Familie soll in Deutschland eine faire Chance erhalten, sich ein neues und besseres Leben aufzubauen“, teilte Schröter mit.“

„Der Innenminister begründete seine Entscheidung damit, dass der Familienvater einen Vollzeitjob habe und ausreichend gut Deutsch spreche. Außerdem sei die Familie in Deutschland nie mit dem Gesetz in Konflikt gekommen.“