Sahen Wirtschaftsforscher anfangs große Chancen in der Massenzuwanderung, schwenken sie nun radikal um.
Es waren die Topmanager und Ökonomen, es war Deutschlands Wirtschaftselite, die am meisten Zuversicht verbreitete. Ihr machte der Flüchtlingsstrom, der auf das Land zufloss, keine Angst. Im Gegenteil: Die Menschen, die hier Schutz suchten, könnten die ganz großen Probleme der Bundesrepublik lösen – so die Idee.

Sie würden die dringend notwendigen Arbeitskräfte sein, die das deutsche Wirtschaftswunder auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten.

Offenbar wurden die Entscheider jetzt von der Realität eingeholt. Denn die Aussicht, dass ein neuer Ansturm von Asylbewerbern wartet, schreckt sie geradezu auf.
Deutliche 75 Prozent der „Experten“ in den Chefetagen sind der Meinung, dass ein neuer Flüchtlingsstrom auf dem Niveau des Vorjahres das Land ökonomisch überfordert.
Die Entscheider mussten in den vergangenen Monaten erkennen, dass die Mehrzahl der Flüchtlinge keine kurz- und mittelfristige Hilfe für den deutschen Arbeitsmarkt bedeuten.
Das Problem ist, dass langfristig die Fachkräfteengpässe vor allem in Facharbeiterberufen steigen werden.

Schon der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte Anfang dieses Jahres erklärt, dass bei einem weiterem Flüchtlingsstrom vor allem hohe Kosten drohen – und die ließen sich der Bevölkerung auf Dauer nur schwer vermitteln.